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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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3 Theil. 2 Abtheilung.

zu thun bisweil die Brrä cnvovstcher nicht im Standefind. Dabey muß er dem Volke fleißig zeigen , wie ver-werfens - und verfluchenswürdig diese Laster seyn.

Viertens, wegen der Sünden, von welchen bekanntist, daß sie von dem Rechte oder aus einer Gewohnheitallein dem Bischöfe vorbehalten , und die in den Satzun-gen der Rirchenversammlungen enthalten sind, in welcheNiemand anderer sich einmischen darf. Da solle er demVolke zu wissen machen , daß , wenn einer oder eine ineinem solchen Gewisscnoanliegen , oder in wem immerandern seines Rathes bedürftig ist, er bereitet sey sie gut-willig anzuhören, einen Rath, oder die LossprechungMitzutheilen, und eine heilsame Busse gnädig aufzule-gen.

Fünftens, damit er das Sakrament der Firmung aus-theile, dessen ordentlicher Ausspender der Bischof alleinist. (Lx ?onti5. kom. )

L. In welcher Ordnung, und mit welchen Gebräuchengeschieht die Kirchenunkersuchung des Bischofes?

2l. Die Geistlichen und das Volk empfangen den Bi-schof mit gebührender Ehre und Aufwartung. Man führetihm mit einem Gepränge in die Kirche, und zwar unter ei-nem Himmel, wenn er das erstemal die Kirche besichtiget.Man singt dabey Antiphonen , Responsorien, und andereGesänge.

Wann er in die Kirche hineingeht, bieth ihm der Kir-chenvorsteher den Weihwadel und das Weihwasser dar: ernimmt selben , besprenget sich selbst, und andere herumste-hende. Hernach segnet er den Weihrauch, und wird vondem Kirchenvorsteher angeräuchert. Nach diesem geht erzum Hochaltare, kniet nieder, und bethet. Unterdessen sprichtder Kirchenvorsteher die in dem Ponrificalbuche bey der An-kunft des Bischofes und Untersuchung der Gemeinde vorge-schriebenen Gebethe. Wann diese geendigel sind, wird eineAntiphon zur Ehre des Heiligen, welcher derselben KircheFürsprecher ist, oder von welchem sie den Namen hat, ge-sungen , und der Bischof singt von selbem da» Gebeth. Her-