Band 
[Erster Theil.]
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dadurch bewiesen, daß sie dem Kö-nige eine Sache gcoffenbahret, dieausier ihm niemand wissen konnte.Sie schlug hierauf die Engelländerwirklich mit arassem Verlust vonOrleans weg, fühl te den König nachRdeims, mit Ueberwindung dergrösten Hindernissen, und ließ ihnden 17. Jul. 1429. krönen. Nunbegehrte sie ihren Abschied, weil ih-re Zeit verflossen, und die Absichtihrer Sendung erfüllt wäre; konnteihn aber nicht erhalten. Bald dar-aus wurde sie bey einem Ausfall ausCompieqne gefangen. DieEnqellän-der machten ihr als einer Zauberinnden Proceß, und liessen, sie den ;o.May '4;o. zu Rouen verbren-nrn. Nachgehends aber ließCarl VII. ihren Proceß aufs neueuntersuchen, woraus sie aller Be-schuldigungen völlig frey gesprochenworden. Beede Theile mögen inihren Urtheilen von dieser sonderbah-ren Person ihren Leidenschaften inviel Gehör gegeben haben. Sie istwohl weder eine Zauberinn, noch ei-ne von GOtt unmittelbar erweckteErrrtterinn Frankreichs gewesen.Das wahrscheinlichste ist, daß derrechte Grund dieser ausserordentli-chen Begebenheiten in einem Fanati-rismus des Mädchens bestanden,dessen sich die Staatskunst gut zu be-dienen gewußt. Kluge französischeSchriftsteller selber werden auch heutzu Tag mehr nicht zumutheu; ob-gleich übrigens die Wirkungen da-von und die Thaten dieses Mädchenseben so unläugbar als ansserordent-lich sind. Es haben einige vorgebenwollen, sie sey nicht verbrannt, son-dern an den Ritter von Armoisesverheyrathet worden, welches aberohne allen Grund ist.

Arcadius, Kayser in Orient, warLheodonus des Grossen und derFlac-rilla Sohn, und wurde i. I.

»on seinem Barer zum Reichsgehüi-

sei, angenommen, bis er zys. ihmin der Regierung folgte. Sein Bru-der Honorius bekam in der Theilungdes Reichs den Orcident. AIs derPräfectus Präkono Rufinus seinenZweck, seine Tochter dem Arcodiusj»r Gemahlinn zu geben , mcht er-reichen konnte, berief er die barba-rische Völker inr Reich, und setzteden Orient in die gröste Zerrüttung.Er wurde aber zu Constantiuopelhingerichtet. Eutropius, des Arra-dius Liebling, machte es nicht besser.Er brachte zwar die Vermahlung desKayseis mit der Eudoxia zu stände;hielte aber den Arcabius so kurz,daß eS endlich Gainas, ein Gotheund Arianer, dahin brachte, daß erauch getödtet wurde, wiewohl auchdieser i. I. 4°o. gleiches Schicksalerfuhr. ArcadiuS bestätigte hier-auf die Gesetze des Theodosius,und gab noch andere; besteckte aberbesonders seinen Ruhm durch dieVerfolgung des H. Chrpsostomus,starb den >. May 40«. im z rstenJahr. Arcodius war einer von denPrinzen, die schlechterdings regiertseyn wollen, und einem Lieblingnach dem andern in die Hände fal-len.

Arcesilas, auch ArcesUaus, einberühmter griechischer Wegweiser,ungefähr J v. C. G. war ausPitane in Aeolien gebürtig Erwar des Crantors Schüler und Nach-folger, und wurde der Stifter dersogenannten mittlern Academie.Er l.hrte, es,sey alles ungewiß undzweifelhaft, so daß man nichts mitBestand behaupten könne. Uebri-gens war er freygebig, sehr groß-müthig gegen seine Freunde, undfand'sehr viel Vergnügen an der Le-sung des Homers. Er wurde 75.Jahr alt- und starb unverhcyrathet,ob er gleich gar kein Feind von, schö-nen Geschlecht gewesen.

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