959 Eo
Csnrad , mit dem BeynahmenLeoncorius, gebohren zu Leon-berg im Würtenbergischen 1460,daher er seinen Beynahmen ange-nommen , trat im Kloster Maulbronnin den Cisterzienserorden, und war1490. bey dem General seines Or-dens Secretär. Er hat zerschiedeneSchriften herausgegeben, als lex-mm Liblicum cum Olossa orciina-ria ero. kcMllas Oarclinalis Huxo-nis äe 8. Lara ; Opera ^mbrosti,und andere. Er scheint Correcrorin der Amerbachischen Druckerey zuBasel gewesen zu seyn. Er hat1510. noch gelebt.
Lonradi, ( Franz Carl 9 ein deut-scher Rechtsgelehrter, gebohren den-.Febr. >701. zu Reichenbach imBoigtlande, studirte zu Leipzig, wur-de daselbst >7". Magister, und1725. zu Erfurt der Rechien Doctor.»7-8. kam er als ausserordentlicherProfessor der Rechtsgelahrheit nachWittenberg, 17)0. aber als ordent-licher nach Helmstädt, und starbdaselbst den >7 Jul. 1748. Manhat Grundsätze der deutschenRechte inGprüchrvörtern undviele andere, meistens akademischeStreitschriften von ihm.
Conradin, oder besser Lonrad derJüngere, Conrads iv. Sohn undFriederichs H. Enkel, Herzog inSchwaben und Erbherr von Twi-sten, gebohren den -s.Merz »rf»,war nur zwey Jahr alt als sein Va-ter starb. Conradin wurde inDeutschland erzogen, da indessenManfred Krön und Leben gegenCarln von Anjou verlohren hatte.Diesem wollte Conradin, der in-zwischen is. Jahr alt worden, aufinständiges Begehren etlicher Gros-sen des Königreichs, seine Erblän-der wieder abnehmen, gieug zu Aus-gang des Jahrs 1-66. mit Friede-rich von Oesterreich, der Marggra-fen Herrmanns von Baden Sohn
<Ls 962
war, vielen anderen deutsche!» Her-ren und einem ansehnlichen Kriegs-heer nach Italien, und wurtne über-all mit grossen Freuden aufgenom-men. Pabst Clemens IV. ermähn-te ihn zwar gleich bey seiner Amkunft,von seinem Zug abzustehen, uind sei-ne Anforderungen dem Amispruchder Kirche zu überlassen; alleim Con-radin kehrte sich an alle diese E rinah-nungen eben so wenig, als auf diedaraus erfolgte Bannstralen. Dochdieser glückliche Anfang hatte nichtBestand, und Conradin wurde denAug. r-6z. am See Fueino,vormals Celano, aufs Haupt ge-schlagen, und nachdem er etlicheLage und Nachte mit »Friederichenvon Oesterreich und einigen andernin Baurenkleidern herumgeint, zuAstura von einem von Zrangipanientdeckt, gefangen genommen, undCarln geschickt. Dieser ließ dieVornehmsten ves Reichs zusammenkommen, um ein Urtheil über seineGefangene zu sprechen. Der Grafvon Flandern, Carls Lochiermanu,und viele andere glaubten, es wäregenug, sie etliche Jahre gefangen zuhalten, bis Carls Regierung genug-sam bevestigt seyn würde; andereverdammten sie zum Tod. Manstreitet hier über dem Ausspruch de»Pabsts Clemens : Vita Oonraäinimors Oaroli: ^lors oonraclini vic»Caroli. Gewiß ist, daß die meistenund besten Schriftsteller, selbst vonder welfischen Parthey solches beja-hen , wobey auch diß nicht im Wegstehen kan, daß Clemens die Voll-ziehung des Urtheils nicht erlebet«Diese geschahe den -s. Oct. 1-69.mitten aus dem Marktplatz zu Nea-pel. Conradin niußte auch einen Zu-schauer von Friederichs Hinrichtungabgeben, worauf er den Tob selbstmit vieler Standhastigkeit erlitt.Mit ihm erlosch das ganze Ge-schlecht der Schwäbischen Prinzen,
aus