Band 
Zweyter Theil.
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der ^berühmtesten Damen ihrer Zeit.Ob sie gleich wußte, daß ihr Ee-niah'rl unfähig war, Kinder zu zeu-gen,, so beklagte sie sich doch niemals,und entdecke? seinen Zustand niemand,wolllte auch die Ehe nicht vor nullund nichtig erklären lassen. Nachdem, Tod ihres Gemahls war sie sästuntrröstlich, und brachte ihr übrigesLebten in einer höchst» rühmlichenWitttwenschast zu.

Gomzaga, ( Julia von ) Herzoginnzu Erajetto und Gräfinn zu Fondi,heyirathete Vespasian Colonna, nachdesften Tod sie eine Amarantenblumezu ihrem Sinnbild erwählte, mitder Überschrift: Kon morirura,um anzuzeigen, daß die Liebe, diesie gegen ihren Gemahl getragen,nieimals erlöschen werbe. Sie warin der Blüthe ihres Alters, undwessen ihrer Schönheit so berühmt,daß der türkische Kayser SolimannII. den Barberossa mit einer mäch-tigen Armee abschickte, um sie zuent führen. Barberossa kam in derNarcht vor Fondi an, wo sich Juliaordentlicher Weise aushielt, undnahm die Stadt mit Sturm ein.Allein diese tugendhafte Dame sprangim Hembde aus dem Fenster, undrettete sich durch das Gebürge, wo-bey sie, um ihre Ehre zu retten, ihrLeben tausend Gefahren aussetzte.Thuan und andere berühmte Schrift-steller rühmen auch ihre Gelehrsam-keit. Die grösten italiänischen För-ster, bewarben sich um sie» allein siekonnte sich nie entschlossen, sich wie-der zu verheyrathen. Man glaubtevon ihr, sie sey heimlich der lutheri-schen Religion zugethan.Gonzaga, (Lucretia von) eine derberühmtesten Damen des XVI. Jahr-bunderts. Die schönen Geister die-ser Zeit loben ihre Wissenschaft undvortrefiiche Schreibart ungemein,besonders Hortensio Land», dir ihrsein Gespräche von Mässigung

der Leidenschaft en zugeschriebenhat. S>e war ersst - 4 - Jahr alt,als sie, wider ihren Willen, den Jo-hann Paul Manssrone heyrathenmußte. Allein seine Reichihümermachten ihn ihrer nicht würdig, unddie Heyrath fiel sehr unglücklich aus.Er war tapfer und stolz; führte sichaber so auf, daß ihn der Herzogvon Ferrara gefangen nehmen, undzum Tod verdammen ließ. Drchließ er ihm noch Gnade widerfahren,und schenkte ihm, um der Lucretiawillen, das Leben. Diese vorneh-me Dame ergrief alle nur ersinnlicheMittel, ihrem Gemahl die Freyheitzu verschaffen. Sie schrieb einensehr rührenden Bries an den Herzogvon Ferrara, um ihn etwann zu er-weichen ; sie sprach die Päbste unddie Prinzen der Christenheit um ihreVorditte an; allein sie konnte wederdie Freyheit vor ihren Gemahl, nochvor sich die Erlaubniß ihn zu sehenerhalten. Doch durften sie einanderschreiben. Als endlich ihr Gemahlim Gefängniß starb, wollte sie nichtwieder heyrathen, und that auchihre zwey Töchtern ins Kloster.Man hatte so viel Achtung vor ihreBriefe, daß man sie bis auf diekleinste Zcttclchen, die sie an ihreHausbedienten geschrieben, gesam-melt hat. Sie sind zu Venedigisf2. gedruckt worden. Man findtsehr viel Nachdruck, Wissenschaftund Frömmigkeit darinnen.

Gonzalez de Lastiglio, ( Joh.)ein spanischer Augustinern, Luch, dersich durch seine Frömmigkeit und Pre-digten berühmt gemacht, starb amAltar zu Salamanca den n.Jun.1479. >m 49sieo Jahr an einer ver-gifteten Hostie, die ihm eine adeli-che Wittwe zubereitet, weil er ih-ren Liebhaber bekehret halte.

Gonzalez oder Gonsalvus vonCordua, s. Cordua.

Fsf 4 Gonza-