Band 
Zweyter Theil.
JPEG-Download
 

1837 He

ten, ihre Hartnäckigkeit durch nichtszu beschönigen wußten , als durchden I ceren Vorwand, daß er derreformirtcn Religion zugethan. Dermeiste Theil der Grossen, die sichdamals am Hof befanden, so wohlvon d er katholischen als prolestanli,scheu Religion, erkannten ihn vor denrechtrnässigen König. Weil aberdoch seine Arme« durch andere, diesolche verlassen, geschwächt wor,den, so war er genöthigt, die Be»lager ung von Paris aufzuheben, undsich in die Normandie zu ziehen.Er schlug den Herzog von Mayen-ne in dem Treffen bey Arques den2». Sept. 15-89. und beyJvrj den14. Merz >590. Er belagerte hier,auf Paris wieder, dessen Einwoh,«er eine grausame HungerSnothausstehen mußten. Allein der Her,zog von Parma nöthigte ihn die Be,lagerung aufzuheben, worauf derKrieg mit mannichfachem Erfolgbis isy;. durch das ganze König»reich fortgeführet wurde. Als aberder Herzog von Mayenne sahe, daßweder die Spanier noch die Ligistenihn zum Könige haben wollten, son»Lern ihm den Herzog von Guise,seines Bruders Sohn, vorzuziehengedachten, verdroß ihn diese Hink»anfetzvng so, daß er die Ständebewog, eine Zusammenkunft derCalholicken von beyden Seiten zuverstatten. Diese Unterredung ge»schah zu Surene, und die Wür-kung davon war, daß Heinrich inder katholischen Religion Unterrichtnahm, und die resormirte in derKirche zu St. Denys den 25. Jul.159;. in die Hände des Erzbischofsvon Bourges Renatus von Brauneabschwur. Diese Religionsänderungzog einen Stillstand mit den Ligistenauf drey Monate nach sich, undgab der Lige, was mau auch zuRom darwiber sagen mochte, denletzten Stoß. Denn! von diesem

He 1838

Augenblick an, beeiferten sich dieStädte in die Wette, sich ihremrechlmäffigen Oberherrn zu unter-werfen. Paris ösneke ihm die Tho-re den rr. Merz 1594. und Hein.rich hielt zwey Tage hernach seinenöffentlichen Einzug. Das Parlamentverordnete, daß man jährlich zumAngedenken dieser Begebenheit einefeyerliche Procession halten sollte.Das folgende Jahr kündigte er denSpaniern den Krieg an, schlug siebey Fontaine Fran^oise und der Her-zog von Mayenne legte sich 15-96.zum Ziel. DaS Jahr hernach über,fielen die Spanier die Stadt AmienS,wodurch das ganze Reich in Schre,cken gesetzt wurde; allein Heinrichnahm die Stadt aller Bemühungendes Erzherzogs Albrecht ungeachtet,alsbald wieder ein. Endlich unterwarfsich auch 1598. der Herzog von Mer«coeur nebst der Provinz Bretagne,und mit Spanien wurde den -.May 1598- zu VervinS Friede ge,macht. In eben diesem Jahr gabauch der König das vor die Prote-stanten des Königreichs so Vortheil,hafte Edikt von Nantes. Von die,ser Zeit an war das Reich bis anseinen Tod von allen bürgerlichen undauswärtigen Kriegen befreyt, denAug von 1600. wider den Herzogvon Savoyen ausgenommen, wel«cher vor Frankreich rühmlich aus-fiel, und von einem vortheilhaftenFrieden begleitet wurde. Nachdemalso Heinrich sich seines Königreichsvöllig bemeistert , so war er aufnichts weiters bedacht, als solchesglücklich zu machen, und als einVater zu beherrschen. Ob er eSgleich in einer jämmerlichen Zerrüt,tung angetretten so versetzte er eSdoch in einen blühenden Zustand. Ergab den Holländern Beystand widerdie Spanier, und vermittelte zwi-schen dem Pabst und den Venetia,nern. Als er aber eben mit Aus,Mmm 4 führung