Band 
Zweyter Theil.
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^ Er hielt anfangs nicht vor rathsam,Gewalt qegm das Christenthum zugebrauchen. Er wußte, daß dieVerfolgungen die Kirche erst rechtfruchtbar gnnacht. Er nahm sogar eine grosse Sanstmuth gegen dieChristen an, und ließ alle diejenigewieder zurückkommen, welche unterbeni Constartius um der Religionwillen waren verwiesen worden.Er bemühete sich vielmehr, die Chri-sten durch Schuieicheleyen, durchzeitliche Vortheile und durch solcheBedrückungen zu verderben, welchewenigstens unter einem andern Vor-wand geschehen konnten. Nahm erden Kirchen ihre Schatze, so sagteer, er wolle hiedurch die Christenzur Armuth des Evangelii anführen,er verbot ihnen zu rechten, sich vorGericht zu vertheidigen, und öffent-liche Aemter zu bekleiden. Er giengnoch weiter; er verbot ihnen, dieschönen Wissenschaften zu lehren,weil er wohl wußte wie viele Waf-fen die Christen aus den heidnischenBüchern zur Bestreitung des Heiden-thums genommen haben. Inzwi-schen ob er gleich bey allen Gelegen-heiten die äusserste Verachtung ge-gen die Christen gezeigt, die er nurSaliläcr gcheissen, so konnte erihnen doch die Vorzüge nicht ab-sprechen , welche ihnen die Reinig-keit ihrer Sitten und der Glanz ih-rer Tugenden gab; daher er sie im-mer den heidnischen Priestern zuBeyspielen vorstellte. So war Ju-lians Verfolgung beschaffen. Erschien noch gütig gegen das Chri-stenthum zu seyn, und er spotteteseiner nur. Doch kam er auch zuoffenbarer Verfolgung, wenn ersah, daß andere Mittel nicht hin-reichend waren. Er vergab dieöffentlichen Bedienungen an diegrausamsten Feinde der Christen,daß die Städte mit Unruhen undEmpörungen angefüllt wurden; undHtstsr. Handw. (,rrr Ich.)

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die meisten Provinzen konnten Mär«tyrer genug ausweisen. Man sagtso gar, er habe zu Chalcedon diezwey persische Gesandten Manuelund Jsmael hinrichten lassen, bloßweil sie Christen gewesen. AIs ihnder Bischof dieser Stadt Maris,welcher blind war, wegen seinerGottlosigkeiien öffentlich bestrafte,antwortete ihm Julian mit einemhöhnischen Lachen, sein Galiläerwerde ihm doch sein verlohr-nes Gesicht nicht wieder ge-ben. Maris aber antwortete:Ich preise den HErrn, daß,ch blind bin, so kann ichmeine Augen nicht durch dasAnschauen eines AbtrünnigenMenschen, als du bist, be-stecken. Julian gab ihm keineweitere Antwort, und stellte sichsehr gnädig und bescheiden an.Um die Prophezeyhung des Erlö»sers über den Tempel zu Jerusa-lem zu schänden zu machen, unter-nahm er, ihn von den Juden wie-der ausbauen zu lassen, nachdem eretwan ;oo. Jahrj vorher vom Tbtus war zerstört worden. Alleinalle seine Bemühungen dienten zunichts weiters« als die Prophe-zeiung des Heilandes desto voll-kommener zu rechtfertigen und zizbestätigen. Denn als die Judenaus allen Gegenden zu Jerusalemversammlet waren, und den Grundlegen wollten, brachen Feuerfiam-men aus der Erden , wodurch dieArbeit wieder zerstört, die Mate«rialien verzehrt, und viele von denArbeitern hingerissen wurden. DieJuden wollten hartnäckiger Weiseden Grund zum Tempelbau legen:Allein wer daran arbeitete, kamdurchs Feuer um, daß sie endlichvon dem ganzen Werk abstehenmußten. Diese Begebenheit istdurch eine solche Menge alter, auchheidnischer, Zeugnisse destättigt,Hpp da-