Band 
Erster Theil
JPEG-Download
 

274

Helvetischer Kirchen-Geschichten

N. C. Geschwitzte Leut!- Wir muffen sehen, was in dieser Kisten verborgen«so. feye. Hier hören wir nichts/daß einige Brüder hier gewöhnet habensollen, nichts weder von einem grossen, noch von vielen kleinen Ge-bäuen, in welchen sie gewöhnet haben. So daß die schlechten Hüttlekn,so vormals daselbst gestanden seyn sollen/wider in Abgang kommen seynwerden. Strabus redet allein (2) von einer Leiluia, einer kleinen Zell,derjenigen nämlich, in welcher GalluS selbst sich aufgehalten; und inderen ntcht viel Versöhnen wohnen könten. Ja Strabus meldet aus-drücklich,daß in dieser Zell zwey einige gewesen, welche S.Gallt Leich-nam hatten begraben können, nämlich Magnoaldus und Theodoms.Als Boso, sonst OptarduS oder Obhardus,Bischoff zu Costantz ge-hört, wie übel man in dieser Gegend gehauftt, und selbst dahin gereiset,habe er diese zween Männer nackend und in grosser Traurigkeit ange-troffen, und S. Galli Leichnam wlderum beygesetzt.

Beschaf- E§ schreibt zwar Strabus (a) anderstwo, daß sich von dem TodGalli an,mit Nahmen von den Zeiten KönigS Dagobertt (unter dessen' Regierung er gestorben) biß aufCarolum (Martellum) bey S.GallkGrab, aus Liebe zu Gott, jederweilen einige fronst Männer aufgehal-ten. So dem je also wäre,hätte deren jeder für sich selbst gelebt,ohne daßsie sich in Gesellschafftverbunden. Wird aber bey S.Gallen Zell her-gegangen seyn,wie bey S.Meinrads Zell,und an mehr Orten, da sichfromme Leute aufgehalten, deren Gedachtnüß im Segm geblieben,daß sich etliche hernach dahin verfugten, (nachher Beredung die mandamals den Leuten einpflantzte) die Welt zuverlaffen, und Gott alldsrtzudienen, und solche Gesträuch säuberten. Wir wollen Herr Bullin-ger (K) hiervon reden lassen. „S.Gallen Zell (sagt er) ist Anfangs ein,.gar schlecht Ding gewesen.Dann er hat da weder ein Clostergebaucn,»noch Brüder dabin versamlet,deren Abt er gewesen seye. Sondern er„hat an diesem Ort allein und für sich gewöhnet,und da kein Möncheu-„Leben gepflantzet. Nach seinem Tod aber haben sich etliche Brüder„S.Gallen Junger genennet,und sich zusammen gethan,Gott in dieser»Wildnüß zu dienen.Die waren aber keiue Gelehrten, cierici »oder»Kirchendiener, sondern nur Einsidler und Wald-Brüder, nicht Vrie-„ster, sondern allein Leyen.Mtt der Zeit aber haben sie eine Kirch über-kommen, also vermehrten sie sich an r er Zahl, darum erweiterten sie»auch ihre Gebäu, sie arbeiteten, reutetm die Wälder auS,baueten die»Erd,und dieweil sie ehrliche Leute waren, wurden ihnen die Landher--,ren gönsttg,und begabeten sie täglich. Wie

(x) Vir. 6-U. I-lb. r. csx.'f. (a) L.ib. r. csp. n. (d) tliüor. 1izur.L<b. r,