ZI4 Helvetischer Kirchen Geschichten
sie sehen sollen, daß der Priester bisweilen Meß haltet, so er allein ist:oder dieKirch mit Leuten angefüllet, der Priester doch allein das Sa-krament empfanget? Biß e. 6ro. wird in Helvetischen Kirchenkeines Bilds gedacht,als derenjenigen,welche Columbanus und Gallusin Heydnifchen Götzen Templen gesehen, die aber von ihnen, wievor-malS von Martins (ä) auch geschehen, alsobald unnütz gemachet wor-den; und die von Mönch Raperto (e)lm3§me8 ösemonum. Btldnus-senderTeuflen,und pollucioeine Befleckung,genennet worden. Gallushätte heut zu Tag grosse Mühe, so er alle in den Kirchen stehende Bild-nüssen zerbrechen wolte,fuude aber nicht geringeren Widerstand bey denChristen, als vormals bey den Hcyden. Daß dieser die neu-geweiheteKirch,oder seinerbauetesKirchleiu mit den Bildnussen MariäodcrandererHeiligen sezieret habe,finden wir nicht.Bey des Johann is Bi-fchoffs-Wethe, werden die heut zu Tag bey dergleichen Anlaß üblicheCeremonien nicht erzehlet. Wie übel man mit denen zufrieden gewesen,welche wegen der Fasten ein Gebottausgehen lassen,und die Wethungdes Wassers angehebt, ist Bl.2r2 und 246. zusehen. Fertigen htemitden Lang ab, mit diesem Grgenschluß: Die Christen in diesem Kirchen-Alter,waren gute und Cathslische Christen,oder sie waren es nicht.Wa-reu sie es nicht so falte uns Lang nicht nöthigen, daß wir mit ihnen inder Lehr übereinkommen. Waren sie aber recht Catholtsche Christen,so müssen diejenigen, so heut zu Tag für solche paffmn wollen, eben wiejene gethan, jedermann die Freyheit geben die H. Schrifft zulesen, beydem H.Abendmahl beyde Gestalten austheilen, das Sakrament nichtanbätten, keine Bilder in der Kirchen haben, vielweniger vor denselbi-gen niderfallen,rc. Weilen aber die Papisten, diesem allem zuwiderhandlen, wir hingegen in die Fußstap^en deren in diesem Alter gelebtenChristen tretten, so sind nicht die Papisten, sondern wir Reformirte sinddte recht Catholischen Christen.
Papisten X Vl. Weniger ist nicht, es wird in diesem Zeitlaufbißweilen ge-haben M dE des Meßhaltens, des Opferens für die Todten, des Creutzma-Mrten chens'daß man abgestorbne Heilige verehret Proceffionen gehalten vorNeuerun. Osteren re.gefasttt,sich alsdann gewisser Speise?? enthalten,dieKirch istgen nichts durchBischöff qeregiert, und find denMönchen Clöster gebauet worden,rnrühmen. Aper aus demBericht,welchen ich diese meistkStucken halben ertheilt,erhellet fich,daß selbige nicht durch dieAp fiel angegeben worden,sonderdaß dieKirch in ihrer zartesterMeinigkeit aller derselbigen gemanglet,et-liche nach Verflieffung etlicher 122. Jahren aufkommen; erst gegen
dem
(6) 6re§. Luron, H, kr. I.rb. ro. (e) Uonaü. c. r.