524 Helvetischer Kirchen-Geschichten _
^ gaben ihm viel Anzeigungen,daß sie ihn verachten. Doch anerbotten siesich, so er, nachdem er 8. Tag ihres Thuns werde wahrgenommen ha«den etwas denReglen Benedieti widriges werde anzeigen können,wol-len sie sich von ihm weisen lassen. Nach Verflieffung dieser acht Tagen,verwiese er ihnen sie essen zu viel Fleisch. die Brühe von schweinenemFleisch,wolle er ihnen gar nicht gestatten, hingegen sagte er, sie trincktNzuwenig Wetn.Darm er war (wie Eccardus schreibet) ein Wetnsäuf-ftr,und dieses Laster nahm ihm alles Ansehen.Gegen dieZugend erzeig-te er sich gantz unfreundlich. Einem jungen Edelmann/welcher auf ihn,da er wohl bezechet war,mit Fingeren gedeutet, sprechende: kcce irerumikmimaZiller noller, pollguam mero incaluir : Sehet Wie Unser halbgelehrte Meister, abermahl berauschet ist! schlug er ins Angesicht; alsder Jüngling selbigem hinwiscrum einen Streich versetzte, daß er halbtod zur Erden gefallen,würd derJüngling an einem Pfal gebunden,undempfindlich geschlagen aber ohne Bezeugung einigeMeuensdann die-ser Jüngling sprach, es seye sich zuverwunderen, daß Christus durch deSTeufels List an einen Pfal sich binden und schlagen lassen,an einem sol-chen Pfal müsse er,durch die Boßheit eines anderen Satans, nun auchleiden.Doch pflegtcSandrat seinerFüllerey noch immer,zu jedermansgrosser Aergernuß. Endlich erkennte er,deßwegen eine Züchtigung ver-dienet zu haben,und entblöffete sich selbst,etliche Streich zu empfangen.Ein alter Mönch solches wahrnehmende,versetzte ihm so harteStreich,daß man Sandrato zu Hüls komen müssen, und er sich unglückhafft ge-achtet, daß er in dieses Closter kommen. Er verbotte anderen Fleisch zuessen, liesse doch solches ihme, durch seine Abwart heimlich auftragen.Als einest etliche Mönchen darzu komen, nnd ihn wegen solcher Heu-chelei) gestrafft,machte er sich voller Forcht, (nachdem er r 6. Wochen zu^ , S. Gallen zugebracht) nächtlicher Weil aus dem Staub.
Kayler ^ Der Kayser (p) kam hernach in Begleit seiner Gemahlin,und seines2 S Herren Sohns,persönlich in dieses Closter (g).Er Stenge in die Kirch,Gallen, mit der lincken Hand auf seinen Bruder Bruno, Mayntzischen Ertzbi-fchoff mit der rechten aus seinen Stab sich lehnende. Diesen Stab ließer mit Fleiß aus die Erden fallen,zu Hertzog Cuono,welcher den Stabaufgebebt,und Jhr.Maj.widerum zugestellet,sagendemun sehe er selbstdaß in diesem Closter gute Zucht gehalten werde,dann als sein Stab ge-fallen,habe unter allen anwesenden Mönchen, keiner weder sein Hauptnoch seine Augen umgewendet.Als derDecanuS denKayser bewillkom-met,
(p) LccLrä. loc. cit. (q) l.,nx. p.zyi. numerst ^n.A§9, leäiuiüe än. 97z.ex ttsrlw. /Vnnsl. Lrem. x. Sr.conüst.