Band 
Erster Theil
JPEG-Download
 

574 Helvetischer Kirchen-Geschichten. _

G. anderen ein gleiches geschehe; und rathet dem Hertzog Rodoiff (wel-

107;. chen er einen Sohn der Rom Ktrch nennet) auf dessen Begehren, ersolle die von solchen Pmsteren besitzende Güter / an ihre Kirchen oderArmen verwenden.

Vom Bey diesem ist es noch nicht geblieben. Gregorius schriebe ferner-,

Pabst enk-Oericis 8c ^aicirmaivribus at^us minoribus in d^onAslitienir clroeceL

conkimris (ä): „an alle im Constantzischen Btfchthum lebende, Gerst-«und Weltliche, vornehme und schlechte. Berichtete,er habe Bischoff„Ottonem anfangs allem schrifftlich vermahnet,sich der Simoney,uns..Unkeuschheit der Geistlichen zuwidersetzen, hernach habe er begehrt,..daß ftlbiger im Röm. Synodo sich verantworte. Werde er sich fer-„ners hartnäckig erzeigen, mä-Znum eile ur prsestr; so seye selbiger nicht„werth, daß er ihnen fürohtn vorstehe. Verhelst aber nicht, daß erwohl gewüßfdaß ihme nichr alle gehorsamen werden. So daß wannschon etliche inHelvetta derHildebrandtschen kaLion angehänget, auchandere gewesen welche nicht unter daSJoch kriechen wollemWelches fsviel verwunderlicher ist, weilen er einen so großen Patron an damali-gem Alemannischem Hertzog Rudolf hatte. Dann Gregorius schreibtferner: „Alle diejenigen so Gott und dem H.pccro (das ist dem„Pabst) gehorsamen,sollen dem Bischoff,wann er in seiner Meynung„verharre / nicht mehr gehorsamen, und nicht förchten, daß solches ih-r.nen am Heil ihrer Seelen schaden werde, auch denen nicht, welche„ihm mit Eid verpsttchtet seyen. Solches verhetzen des Pabsts, unddie Hitzseiner Nichtigeren, verursachetenaroffeUnruhen und Zwey-trachte. Etttche Priester verliessen ihre Weiber, und fuhren fort inVerwaltung des Mchendiensts. Andere verliessen ihre Weiber alleindamit sie ihre Pfründen behalte» mögen. Einige verliessen die Pfrün-den,und behielten ihre Weiber, welches grosse Unordnungen nach sichgezogen. Hier und dort haben die Bauren selbst ihre Kinder getaufft,denen sie an statt Chrisams, Ohrenschmaltz an die Stirne gestrichen.Sie reicheren einander selbst die letzte Oelung,verbrennten die Zehen-den so den Priesteren zugehört. Die durch verehelichete Priester ge-weidete Hostien, sind mit Füssen zettelten, und der gesegnete Wein istumgestoßen worden (e).

Der Kayfer merckte, daß der Pabst unter dem Vorwand SimonesauSzureuten, suche der Kayserl. Hoheit grossen Abbruch zuthun, und

den

(<j) Iac. cir. (e) k-sucier. !oc. ci'r. Hvenrm. Paris, ijui in-

rer »lia: ^ulUu;kLreüi lcm^>ore,8. Lccteila zrsviori 8<ki5m»le äilcuils. Lvs5.Lencbr. ^n.