Viertes BuH.
Und will man die Leutbereden, das Ertz seye Gold; welches eine betrü-gerey ist. Ja man will das Volck Gottes mit küpferner Müntz bezah-len,da Gott gebottenwaß unter seinem Volck nur Gold gebraucht wer-de, welches ein uubefügter Gewalt, und ein unettraglicher Gewissens-zwang ist.
v. Ferners geben obige Wort des CardinalS auch mit, daß dieVerböserungen der Ktrch mit der Zeit sich treflich vermehret Solches woriunzhat Pabst Gregorius r. vor mehr als tausend Jahren vorgesehen, und der Frag;
gesagt; dZui pollaos vixerinr, cleteriora tempora viclebunt, lta m in In tvtt-compararione lui temporis/elices nos reüimenr llies liabuiüe. Unsere
..Nachkommenden werden so schlechte Zeiten erreichen,daß sie die mist, abMüen,-rigen für viel glückseliger und besser als die ihrigen halten werden.Doll sey« ?htemit an Verbüserungen der Kirch niemand zweifle», schon weder derOrt an welchem, noch die Zeit wann, noch die Person durch welche sel-bige aufkamen stnd,könten namhafftgemachet werden.Doch damit auchdenenjenigen Sophisten welche so starck darauf schreyen und tringen,daß solches gewiesen werde,einGenügen geschehe; und um zuzeigen,daßsolches nicht so unmöglich seye,als sie (wider ihr besser Wissen und Ge-wissen) vorgebemwill ich, was über diese Materie zuberichten ist, demunpartbeyischen Leser vorstellen, und darthun, daß so das erste Kirchen-Alter golden, und das andere silbern genennet werden mag,dieses gegendas vorige so gering zu achten seye,als das Ertz gegen Gold und Silber.
Es ist schlechter als das vorgehende, weilen eS die meiste vormals auf-gekommene Mängel nicht nur behalten, sondern mit neuen vermehret.
Doch ist eS besser als das folgende,weilen solche Neuerungen noch nichtaufs höchste gestiegen, das Kirchenwcstn in viel ander Weg schlimmerworden, und zwischen der Römischen und fast allen anderen Kirchen,
«och darin« der Unterscheid gewesen, daß solche Sachen in RömischerKtrch für gangbare genehme Müntze,anderstwo alS faul Geld verrus-sen,und auf dessen Abschaffung getrungen worden.
vi. Doch ist in diesem Alter,eine ztmliche Ungleichheit anzutreffen. Mb«,,
Änderst war eS beschaffen zu den Zeiten Carolt , auch unter dessen l»ng dieser
Sohn Lndovico.Damals blieben die Kirchen,Sachen,fast in demjeni- N'dgen Zustandst» welchem sie CaroluS angetr-ssen,und wie wir sie zu End^ ^des vorigen Alters verlaffen.Nach ihrem Tod haben stch viel Aenderun-gen zugetragen,deren meiste Früchte und Schädlichkeit aber, sich nicht
gleich hervorgethan. Also kommet dieKtrch dieses Alters, in zwoe»verschiedenen Gestalten in den Vorschein, deren jede absonderlich vor-zustellen genöthiget mich befinde.
r. Theil. Pppp VU.