6-8 Helvetischer Kircherr-Geschtchten
get werden (e): auch das allgemeine öffentliche Kirchen-Gebätt, für sie,
wie für andere heilige abgestorbene Menschen, verrichtet worden (ee).Nieephorus schreibt,^. 1z.Lap.14. daß Pulcheria,KayferS Marcta«ni Gemahlin, unr^. e. 4so. der H.Jungfrauen Grab suchen lassen.Daraus nicht nur zuschließen daß man selbiger Zeit ihren Tod aussertallen Zweifel gesetzt, sondern auch daß diese Kayserin beredet gewesen,dieser H.Leichnam liege noch im Grab.v.AlS aber Juvenalis Bifchoffzu Jerusalem,solches Grab suchen lassen,feye der Leichnam darinn nichtgefunden worden. Dessen man sich nicht zubefremden gehabt hatte, fin-tenmahl derLeichnam in 400. Jahren frift,wohl verwesen können.Dochwürd damals von Mariä Himmelfahrt nichts geredt, welche aber auferstgedachterBegebenheit gantz beruhet.Dann alsobald nachdieserZeitwürd ausgesträuet einBüchletn 6e rrän6ru ^arise, welches aber durchPabst Gelasium und 70. Bischöffe, ä. c. 494. in einem Concilio alseinFabelbuch verworffen worden,und selbst bey Baronio (f)in geringerAchtunggewefen.M man hernachdiefeMaterie fortgetrieben,hatKay-serMaurttius das Fest -»,^'---«5,der Einfchlaffung derH.Jungfrau zu-halten gebotten,welches von etlichen in Lateinis.Ktrch angenomen,undnachher Griechen Weise (noch H.iO7i.Sthe bl.z67.) vorminom'§,von anderen ^ssumrioms-dieAufnehmung genennet worden. Bedeutetaber allein die Aufaehmung deren aus dem Leib abscheidenden Seel.Durandus schreibet (D: »Es ist gewiß,daß erstlich der H. Jungfrau»Seel, in Himmel aufgenommen worden. Ob ihr Leib auf Erden ge-blieben feye ist nicht aewiß. Es ist besser man zweifle hiervon, alS daß»man vermessener Weise etwas bejahe.» Baronms gestehet, es fallen-arvon verschiedene Meyr ungen,und würd von ihm solche Ungleichheitmonürois öilcrepanria, ungeheuer genennet (g).Ekst L. i z io.kam
Nieephorus aufgezogen mit dem Bericht, welchen Juvenalis gegebenhaben soll. Nieephorus sage ich, welchen Baronius gar offt der Lugenstraft, und als einen Fabler durchziehet. Aber er hat in Röm. Ktrch,viel seines gleichen. Dann selbige Lehrer bestimmeten die Zeit, wanndie H.Jungfrau gestorben? Wie lang sie im Grab geblieben? AufwasWeise ihr Leib aufgenommen worden? Wie sie von den Sternen selbstbewillkommet worden? Pabst Leo I V. ordnete um ä.L.847. daßman diese^Fest mit einer OKav begehe (li).Aber dieses ist an eintgenOr-ten erst lang hernach angenommen worden.Daß gewisse an diesemTaggeweidete Kräuter die Gespenster vertreiben,und Sicherheit geben kön-nen,
(e) viä. V,U. kle tati'ikiÄ.äp, 587. (ee) H>. ä x« 518. (s) (tk)
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