_ Viertes Buch. _ ^765
Schwang gehende und zunehmende Aberglaub, welcher m den Erste-ren Herberg vekommen, und sich aus den selbigen in die Kirchen aus-gebreitet. Undwetlen man in den Clöfteren auf die Sing-Schreib-und andere § 67. erzehlte Künste mehr gelegt als vormM, haben auchselche ihre Zeit daraufverwendet, von welchen andere in der GotteS-Gelebrtbeit angeführt werdensolten (0).
l.xxvl,. Die vierte Urfach so vieler Neueruygen,ist, daß die"/-L^LleriseyundOrdensleuk/gemeinlich demEhr-und Gelbgeitz sich erge-VN?t.ben; und die Wollüste mehr gelieber als Gott. Solches wollen wirdem Leser kurtz aisavorstellen, daß wir zugleich den Zustand des Ktr-a Neuechenstands in diesem Alter,und die in diesem Sttwd fich begebende Aen-Gebräuchederungen unters-chen wollen Daß im 6., 8. und i'o. Jahrhunderts derdie Salbung, die Weihung der Händen,die D-irreichung der Schüß-Al,len^ rc. und andere bey der Prtcherweche übliche Ceremorrien eingeschli-chen,hat der gelehrte mönch Joh.Morinus dargethan.Er erzehlet, daßvormabl jeder Priester in der Weihe, unter anderem gefragt worden:
„Ober lande daß er durch einen Trieb deß in seinem Hertzen würcken-„den H.Geists,Her Kirchen zudienen begehre,und fein Vorhaben seye, Gott zudienemdeffen EhkjUbeförderen,unddasVolckGottes zuerbau-„en?Jtem er habe versprechen müssen, dieihme anvertrauten Seelen z»„unterrichten; sie abzuhalten von allen Irrthümern; fie ossentlich und„absonderlich zustraffen und zuMmahnen, Gesunde und Kranckemach-, dem es die Nothdurst und die Gelegenheit zugeben werden.,. SindZentnerschwere Wort, welche aber von wenigen in Betrachtung gezo-gen,und unterlassen worden die welche in den Kirchendienst ketten wol-len,also zu erforschen. Hingegen die Kirchen Vorsteher bedacht gewesen,unter dem Vorwand dieses von Christo eingesetzten Amts, dem VoltkGottes ein zweyfachesJocb,gei-.und leiblicheKnechtschafft aufzulegen.
l.xxvm. In der ersten Kirch, wurden ärgerlche Sünder vom^ MS»H. Abendmahl ausgeschloffe ,aus daß sie in Erksntnuß deö Fehlers ge-brauch des
bracht, und dieVerzeihung derSü den vp>,Gott desto einbrunstiger be-^E.
grhren Nachdem sie Anzeigungen dcGn gegeben,wurden die verwunde-tenHe tzen mitdeneriausdemEvanaeliogezogenen Vetheissungen,wi-dern m gebettet: Aber in diestm Kirchen Alter würd der Bann viel-mehr zur Zerstörung als zurErbauung gebraucht. Earvlus r^l. und an-dere, suchte diesem grossen Übel im A fang zuwehren,bl.4477)7. Aber
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