Sechstes Buch. 179
Doch wolle man hlemit/den Lauff des Evangelii nicht verbinde-ren. Sonder am 22. Tag Brachmonat/Haben auß Oberkeitlichem Be- wilder ab.fehl in der Statt / die drey Pfarrer; auch zween von Constaftl/von je- geschafftder Zmifft einer / alle des Rahts: samt Bau und Werkmeister der zu StattStatt/sich mit Schmiden/Schlosseren/Steinmetzen und deroGesind/ "ud Land.in die Kirchen verfüget: und bey verschlossenen Thüren/die Bilder weggenommen. Ehmahls sagte man von etlichen dieser Bildeten: wannman sie von ihrer Stell verrückt/ habe man sie am dritten Tag/am al-ten Ort gefunden. Dißmahl kam keines m seinen vorigen Platz. Undein Burger/welcher vorhin S. Vitcn insonderheitlich verehrek/soll aufVernemmen/daß selbiger bey dieser Gelegenheit kein Zeichen gegeben/gesprochen haben: Hast du können zeichnen/ da man drch verehret; diß-mahl aber nichts thust/da man dich entehret / so gehe dich auch S. VitSDanz im Hafen an. Innert dreyzehen Tagen/waren alle Kirchen inder Statt gesciuberet. Den Aberglaubigen war es verdrießlich/daß soköstliche Mahlereyen / und so künstliche Werk der Bildhaueren undSteinmetzen/verderbt worden. Aber die Gottsförchtigen hielten solchesfür einen grossen Gottesdienst. Die Bilder wurden bey dem GrossenMünster/in eineEapell eingeschlossen/um zusehcn/ob sich jemand deroannemmen/und sie verfechten wolte: als niemand sich blicken liesse/wur-den sie zum theil verbrennt (yy). Auch auf der Landschafft ist allesfriedlich und wol von statten gegangen. Die meiste Gemeinden habenihre Götzen ohne Verzug verbrennt. Jederman verwunderte sich / daßeine so grosse Sach so richtig / ohne Bewegung abgelösten (?> InWernherSteiners Reformations-Beschreibung/ welche Herr EmitterLudwig Lavater Sel. Ged./eigmhündig abgeschrieben/finde/daß irgendauf der Landschafft / bey sothancr Gelegenheit diese Kurzweil sich bege-ben : Als das Geschrey kam / daß man die Bilder abthun solte / hat ei-ner/nachdem er S. Martins Biidnuß heimlich weggenommen . gegeneinen seiner Vertrauten / welchem das Abschaffen der Wilderen mißfäl-lig gewesen/sich gerühmt; vor denen Lutherischen Buben/einen liebenHeiligen geflöchnet/und vom Feur errettet zuhaben. Jener wolte wis.sen / was es für ein Heiliger were ? Auf Vernemmen/daß es der liebeS. Martin seye/hat er geantwortet: Was hast du dessen wollen ? Wa-rum hast du nicht vielmehr / einen anderen genommen ? Ich weiß keinenHeiligen/welchem ich mehr feind seye als diesem. Er plaget uns arme
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