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scheint die oben bezeichneten Idiome je nach den verschiedenen Kli-maten und Nationalitäten erzeugt zu haben. So war das Hebräische,ehe es geschrieben wurde, identisch mit dem Aramäischen, das Ara-bische in früher Zeit mit dem Hebräischen und noch früher mit demAramäischen. — Die von dem Hause des Abraham mit der SpracheChanaan's angenommenen Formen und Wendungen vermischten sichnach und nach, als die Hebräer in beständige Berührung mit denEingebornen geriethen, und die Arameismen veralteten zuletzt.
Die Sprache gewann feste Formen unter Moses und erhieltsich neun Jahrhunderte lang ohne wesentliche Veränderung; alsjedoch das hebräische Volk der babylonischen Macht unterlag, wichauch seine Sprache dem Chaldäischen. Indessen hatten die Judenbei ihrer Rückkehr in die Heimath nicht sowohl die Kenntniß ihrerSprache eingebüßt, als sich vor und nach dieser Epoche viele nichtbiblische Worte, nicht nur aramäische, sondern auch griechische undlateinische Wendungen und Ausdrücke im Hebräischen eingebürgerthatten. Die Wisch na ist in dieser Sprache der spätern Zeit ge-schrieben, auch viele Sprüche und Erzählungen der talmudischen Ge-lehrten Palästinas u. s. w. Uebrigens muß man von diesen beidenIdiomen die eigentlich rabbinische Sprache unterscheiden, welche nie-mals Volkssprache war, sondern ausschließlich von den Rabbinernund Gelehrten gebraucht wurde. So kann man im Hebräischen dreiEpochen nachweisen: das goldene Zeitalter, welches die heiligenBücher vor der babylonischen Versetzung, die reine Bibelsprache,das silberne Zeitalter, welches die nach der babylonischen Gefangen-schaft entstandenen Schriften, das spätere biblische Hebräisch, end-lich das eherne Zeitalter, das die spätere nicht biblische, gewöhnlichdie rabbinische genannte Sprache umfaßt.
Unter den semitischen Sprachen hat die hebräische den Vor-theil der Kürze und Einfachheit, und zeichnet sich durch einen ihrganz eigenthümlichen Spiritualismus aus. Jede Sprache bestehtaus drei Elementen: den Selbstlauten:, Mitlautern und Hauchlau-tern*); zu den letztem gehören die Mitlauter, welche hart oderweich sein können, wie ^ und o und k, ck und t, 1> und p,v und 1. Die eigentlichen Mitlauter bilden gewissermaßen das Ge-rippe der Sprache, die Selbstlauter deren musikalischen Theil, dasverborgene Element der Hauchlauter erscheint dagegen gleichsam alsdas höhere geistige Leben. Der Mitlauter herrscht im Griechischen,
Schlegel, Vorlesungen über Literatur. XXX.