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Erster Band
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Persischen, Deutschen, der Selbstlciuter im Italienischen, der Hauch-> lauter im Hebräischen mehr als in jeder andern Mundart vor, daher^ erscheint diese letztere auch am geeignetsten zum Ausdruck einer höher»Offenbarung. Seit vielen Jahrhunderten eine todte Sprache, läßtsich über ihren Wohllaut schwer urtheilen. Indeß läßt die Mengeder Hauchlauter und Gutturalbuchstaben auf ihren kräftigen und! leidenschaftlichen Acceut schließen. Ist sie auch nicht so reich und! vollkommen wie das Sanskrit *), so gibt es doch keine Sprache,welche eine größere Fülle von Bildern und Figuren besäße und dich-terischer wäre. Sie hat eine Menge ausdrucksvoller und malerischerZeitwörter, deren Wurzel fast immer den Begriff der Zeit umfaßt,ü während der Mangel an Eigenschaftswörtern dem Ueberwuchern von!! Epitheten, ein Fehler der Griechen, vorbeugt und dem Styl etwasLebendiges, Hinreißendes, Energisches verleiht. Ucberdem bezeichnetkeine Sprache übereinstimmender den äußern Gegenstand und deninnern Eindruck. Die hebräischen Zeitwörter haben eigentlich nur, zwei unbestimmte Zeiten, die zwischen der Vergangenheit, Gegenwartü und Zukunft schwanken; es trägt dieser Umstand bei zum CharakterI einer inspirirten Poesie, in welcher die Gegenwart sich der propheti-^ scheu Idee der Zukunft vermählt und beide sich in die Ewigkeit ver-lieren. Diese beiden Zeiten wechseln oft mit einander ab, so daßdie Parallelzeile eines Verses in der zukünftigen Form ausdrückt,was in der vergangenen Form die erste erzählte.

Der Unterschied zwischen Poesie und Prosa ist nicht so groß,wie in den andern Sprachen, und der Schriftsteller geht ohne Ver-änderung seiner Schreibart von der einfachsten Prosa zur erhabenstenPoesie über.

Schriften.

Die hebräische Literatur beruht durchaus auf der Religion;i diese in ihrer Besonderheit ward von den Griechen und Römernebenso wenig verstanden, wie das eigenthümliche Leben der Nationen;

! daher kannten sie auch so lange nicht einmal das Daseyn der heili-gen Schriften. Erst nachdem Ptolomäus Evergetos sie hattei übersetzen lassen, erkannte der Rhetor Longin die Erhabenheit dieser

*) I)r. Lepsius weist in seiner Paleographie zwischen beiden Sprachen —wenn auch verschiedenen Stammes — sehr interessante Aehnlichkeüennach. Vergl. W. Gesenius, Gesch. der hebr. Sprache und Schrift.Leipzig. 181!».