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Erster Band
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Schriften; andere Griechen hielten sie für die Ergebnisse platonischerIdeen. Wer, selbst heute noch, in den heiligen Büchern die schola-stischen Formen unsere Epopöen und Dramen wiederfinden wollte,wäre etwa einem Manne vergleichbar, der mit dem Zirkel des Vi-truv den Tempel Salomon's mit seinen kolossalen Verhältnissen,seinem bronzenen Meer, auf zwölf Stieren ruhend, seinen Cherubim,die heilige Arche mit ihren entfalteten Flügeln überbreitend, undseinem erhabenen Heiligthum, in dessen geheimnißoollem DunkelJehova thronte, ausmessen wollte.

An ein Geschlechtsregister schließt sich der erhabenste lyrischeErschwang, an eine einfache Erzählung das innigste Gebet, die bisins Einzelste gehende Vorschrift entwickelt sich zu einer prophetischenBegeisterung. Die Schönheiten entspringen hier aus den Dingenselbst und einer schöpferischen Willenskraft; man findet vielleichtkeine einzige Stelle, wo daS Schöne als solches allein vorherrscht,während man stets die Worte des Lebens vernimmt, in welchen diegrößte Einfachheit und Klarheit mit einer sonst unerreichbaren Tiefesich verschmilzt.

Geschichte.

Auch die Geschichte nimmt ganz andere Formen, als die classi-schen an: während der nationalen Wißbegierde Genüge geschah inden Geschlechtsregistern, welche diesem Volke so wichtig waren,empfing die Menschheit eine Antwort auf die schwierigsten Räthsel-fragen, welche Gelehrte und Ungelehrte zu stellen vermögen. Mosesverweilt nicht, gleich den übrigen genetischen Schriftstellern, bei Com-mentarien und Erklärungen, die als Lockspeise für die Neugierde undden Hochmuth dienen; er geht rasch zu den ersten Patriarchen über,trügt aber dabei Sorge, mit klaren, allgemein verständlichen Wortendas wichtigste Dogma von einem einzigen Gott, einem freien Schöpfer,der Abstammung von einem einzigen Menschen aufzustellen. Der-Erzähler versenkt sich so tief in die Anschauung der Größe dieses

') v>. Lowlh har fünf Abhandlungen über die hebräische Poesie geschrie-ben: über daö Versmaß, über den Styl und die Figuren, Allegorien,Dergleichnngen mid ahnt.; über die verschiedenen Elegien, Lden, Idyl-len ,c. Der großartigste Gegenstand wird in solcher Weift auf einen,ProkuneS-Bert beschnitten, eine große Gelehrsamkeit und die bestenAbsichten werden bei engherzigen Parieiansichten unfruchtbar. Tüchtigeresleisteten Oo. de Wette, Cvmmcntar über die Psalmen, Heidelberg 1838.Ewald, die doertschen Bücher des A. B., Göttingen 1838.