Band 
Erster Band
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Die Darstellung entwickelt sich, sobald das Volk Israel sie ins-besondere beschäftigt; die erhabene Einfachheit der Dinge verbindetsich alsdann mit der Ungekünsteltheit der Worte; daher stellen auchManche diese Darstellungen über die homerischen. In Erodus undhierauf in Numeri tritt an dieStelle der Naivetät des patriarchalischenFamilienlebens die geheimnißvolle Größe Egyptens, die Unendlichkeitder arabischen Wüsten und mitunter ein Erguß in Hymnen von einerunvergleichlichen Majestät, die bei der Einfachheit des Styls um sotiefern Eindruck macht.

Die Geschichte nach Moses ist enthalten im Buche Josua,der selbst als der Verfasser desselben gilt, sodann in den Chronikender zeitgenössischen Propheten, welche sich häufig auf später verlorengegangene Annalen und öffentliche Denkschriften beziehen. DieseAnnalen, die priesterlichen Ansichten, deren Organ sie waren, unddie von den Propheten ausgedrückte Volksstimme sind die drei Ele-mente dieser Historiker. Selbe sind gänzlich verschieden von denvrofanen Autoren, denn sie schreiben ein großes Drama, in welchemdie Handelnden Gott und sein Volk sind: die Beobachtung oder dieVerletzung des Gesetzes und die hieraus erwachsenden Folgen, dieSendung der Propheten, die wunderbaren Dinge, welche sie verrich-ten, bilden die Hauptgesichtspunkte des Erzählers, welcher das ledig-lich der Neugier Angehörende kaum berührt. Die literarischenSchönheiten dieser Schriften erkennt man nur dann vollends, wennman sich in jene Zeit versetzt und in deren Sitten und Gebräuche,an welche die der heutigen Beduinen erinnern, sich hineindenkt.Diese Nomaden lieben noch immer Erzählungen leidenschaftlich, undoft unterbrechen sie ihre Züge, um einem Erzähler zu lauschen; damalen sich dann Angst, Zorn, Mitleid nach einander auf ihren bron-zenen Gesichtern. Bedroht eine große Gefahr den Helden, so rufensie wie aus Einem Munde: nein, nein, Gott möge ihn schützen!Stürzt er sich in das Kampfgewühl, so greifen sie nach dem Patagan,fällt er dem Verrath zum Opfer, so brüllen sie: Fluch über denVerräther! Unterliegt er, so sprechen sie trauernd: Gott sey ihmgnädig. Siegt er dagegen, so jauchzen sie vor Freude und rufen:Ehre und Ruhm dem Herrn der Herren! Der Erzähler seinerseitsdehnt seine Darstellung, verweilt bei den geringfügigsten Umständen,

läufig gewesen. Drei Herrn wohnen der Schöpfung bei, der Herr derGeister, der Krwählcr, der Mächtige. Dergl. Kvlvestre -i o^oiirnLl äos HLVLilks, I8L6.