323
tobtet, um Geld falsches ZcDniß ablegt!" Und nach jedem Verseertönte vom Ebal des Volkes Fluch, oder Segen von Ganzem.
Dem Hymnus, welcher angestimmt ward, als man die Archedes Herrn auf den Berg Sion brachte, konnte die nachhaltigsteWirkung auf das Volk nicht entgehen. In Halbchvre eingetheilt,eröffneten Leviten und Sänger den Zug und sangen abwechselndbeim Klang der Instrumente: „Des Herrn ist die Erde und wassie erfüllt. — Der Erdkreis und Alle, die darauf wohnen. — Denner hat ihn auf Meere gegründet, und auf Strömen ihn bereitet."Im Hineinsteigen des Hügels frugen sie sodann: „Wer wird hin-aufsteigen den Berg des Herrn? — Oder wer wird stehen an sei-nem heiligen Ort ?" Und Alle antworteten hierauf im Chor: „Werunschuldig an Händen und Füßen und rein von Herzen, seine Seelenicht gebraucht zum Eitel«, und nicht fälschlich schwöret seinem Näch-sten." Und als nun die Arche ihrem Bestimmungsorte sich näherte,ertönte unter vollen Klängen der Instrumente der Befehl: „Hebeteure Thore, ihr Fürsten; erhebet euch, ihr ewigen Thore, daß ein-ziehe der König der Herrlichkeit." Die auf der Höhe standen, frugenentgegen : „Wer ist dieser König der Herrlichkeit ?" Und alle Chöreantworten: „Der Herr, der starke und mächtige, der Herr, mächtigim Kriege, der König der Heerschaaren"
Zuweilen verrathen die Psalmen die inneren Befürchtungen desgottbegeistcrten Dichters; es überwindet sie jedoch die Allegorie undbildet daraus Gesänge der Hoffnung und allgemeiner Verheißungen.Die Menschheit wird nicht bloß in der Freude oder in der Trau-rigkeit, sondern zugleich mit ihrer Trauer und ihrem Trost, ihrenplötzlichen Aengsten und plötzlichen Hoffnungen, ihren Leiben derLiebe und des Hasses, mit der Schwäche des Zweifels und derStärke der Ueberzeugung dargestellt
Wie in jeder lebensfähigen poetischen Schöpfung sind auch indieser die Bilder dem Alltagsleben des Volkes, unter dem sie ent-stand, entnommen; Alles nimmt Bewegung, Leben an; die Bergeerzittern oder freuen sich; der Abgrund erhebt seine Stimme; dieGewässer erblicken den Herrn und entsetzen sich darob. Jeremiasruft aus: „O Schwert des Herrn, wann wirst du ruhen? Kehrzurück in die Scheide, erfrische dich und schweige. Ach! wie kann es
") Ps. xxm.
") Vtt'gl. Ps. Xl.I
2t*