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es befruchtenden Gewässer einen köstlichen Garten machen. DerMann ist daselbst kräftiger Gestalt, die Frau graziösen, ebenmäßigenWuchses, beide sind sanfter Gemüthsart, wohlwollend gegen Fremde,harmlos gegen Menschen und Thier. Friedlich leben sie von Milch,Reis und Früchten, die ihnen die natürliche Fruchtbarkeit des Bodensgewährt; mäßig in ihren Bedürfnissen, geduldig Härte und Druckertragend, lieben sie die Beschaulichkeit und Betrachtung.
So ist das Land', welches die Alten als Lehrerin der Nationenverehrten, das stets etwas Geheimnißvvlles für sie hatte, und dasAlexander nicht zu erobern vermochte; dessen festgewurzelte Kulturdes Muselmanns Krummsäbel niederschlug, wenn nicht vernichtete;welches jetzt den geschickten Spekulationen einer Gesellschaft vonHandelsleuten überantwortet ist. Unterlassen auch diese neuen Herrnkeineswegs, das Land so viel als möglich zu ihrem Vortheile aus-zubeuten, so setzten sie doch wenigstens der weichlichen und habgieri-gen Verwaltung der eingebornen Najahs und der unersättlichenGrausamkeit der mahomedanischen Nabobs ein Ziel. Darum be-trachten auch auf einer Strecke von 50,000 geographischen Quadrat-meilen 123 Millionen Jndier ihre europäischen Tyrannen, die ihnenihre friedlichen Arbeiten, ihre feinen Gewebe, die Ertase und denSelbstmord gestatten, als Befreier. Wohl mag mit der Zeit ihreNeigung zu einem friedlichen Stillleben, welches alle ihre Wünschebefriedigt, eine Umgestaltung erleiden durch das Beispiel der britischenThätigkeit, und sie selbst wieder auf dem Schauplätze der civilisirtenWelt erscheinen, vereiniget mit ihr durch die heilige Verbrüderungder Liebe, des Glaubens und Wirkens.
Im Alterthum durch den Zug Alexanders des Großen undin neuerer Zeit durch die portugiesischen und britischen Niederlassun-gen gelangte zu uns die Kenntniß dieses Volkes, eines lebendenDenkmals früherer Menschheit. Die Begleiter des makedonischenKönigs kannten lediglich das Pendschab und die vom Indus bespülteGegend, während von den Neuern mehr die Küste im Osten derHalbinsel jenseits des Ganges beachtet wird. Die Erstem vermoch-ten indeß eine von der griechischen so verschiedene Kultur nicht zubegreifen, und was die Ii^genzeugen von indischen Dingen erzählten,galt für Fabel, obgleich Mtere Forschungen bewiesen, daß sie zwargenau beobachteten, allein das Gesehene falsch auslegten, oder über-trieben *). Die Beschäftigung mit diesem Lande galt daher ge-
') Die Erzählungen des Herodot beziehen sich aus den Zug de« Darin«,