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Hälften bildeten Himmel und Erde, mit dem Dunstkreis und demVeripahrorte der Gewässer in der Mitte. Oder auch, dieses dieWelt erzeugende Ei schwimmt auf dem Milchmeere oder den Ur-gewässern, bis die göttliche Stimme, Wascht, ihm gebietet zu bre-chen ; alsdann schaukelt sich in einer Lotosblume, unter der Gestalteines den Daumen im Munde haltenden Kindes, Brahma auf denWellen; plötzlich wird er zum Riesen und ruft aus: „Wer wirderhalten, waS ich erschuf?" Da geht alsbald ein Geist von blauerFarbe aus seinem Munde, und sagt: Ich. „Und Brahma legtseinem Worte den Namen Wischnu oder Vorsehung bei."
Dieses periodisch aufgebrochene und zerstörte Ei wird ohneAufhören durch die unerschöpfliche Fruchtbarkeit Gottes wieder er-zeugt. „Am Ende des letzten Calpa ruht Wischnu inmitten derTrümmer des Weltalls auf den Gewässern der Ueberschwemmung:eine Wasserlilie entwächst seinem Nabel und deren Blumenkroncentsteigt Brahma, der erhaltende und ordnende Gott." Mit diesemschönen Bilde bezeichnet der Purana Kurma deutlich jene Natur-epoche, wo das Pflanzenreich nach der Zerstörung der Sündfluthwieder auflebt.
Behufs der Ordnung der Welt sprach bereits im AnbeginnBrahma vier Worte aus, welche die vier Vedas sind, Bücher derhöchsten Weisheit, weil das inspirirte Wissen der Patriarchen darinfast allen Götzendienstes entkleidet erscheint In geschichtlicherBeziehung schreibt man ihnen ein Alter von 1300 Jahren vor un-serer Zeitrechnung zu; sie bestehen aus 100,00OSloken oder Strophen,und sollen durch Viasa in eine regelmäßige Form gebrachtworden seyn. Sie heißen Rigveda, Jadiurveda, Suma-veda, Atarvanaveda, je nach der Art der Gebete, die sie ent-halten, und welche ritse heißen, wenn sie in Versen, yadiuses,wenn sie in Prosa, saman, wenn sie zum Singen eingerichtetsind; der vierte Theil enthält wahrscheinlich neuere Gebete; einjeder zerfällt in eine liturgische, sanhita, und in eine doctrinelleAbtheilung, brahmana; sie sind verschieden je »ach System, Epocheund Sprache; den Meisten ist diese letztere nicht mehr verständlich,die Brahmiuen sagen aber, nicht darauf komme es an, den Sinn
*) Weder Krisna und Schiwa, noch überhaupt die ganze Mythologie derPuranas sind darin erwähnt.
Dieses Wort ist gebildet mit dem Tcennungsartikel vl und aus as,theilen, und bedeutet demnach Vertheiler, Ordner.