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des Schiwa und gelangte erst durch die Erscheinung der Anbeter desWischnu wieder zu gesündern Begriffen.
Unser System, die Religion zu erklären, mag, obgleich es mitSchlegel und Maier übereinstimmt, Widerspruch finden; weraber die beständige Bewegung der Völker in den ersten Jahrhun-derten der Welt beobachtet hat, muß ihre Aufeinanderfolge durchausnicht weniger auffallend finden, als die furchtbaren Krisen der Erde,welche doch alle nothwendig sind zur Erklärung ihrer gegenwärtigenGestaltung. Die Geschichte bietet uns den nothwendigen Faden zurOrientierung im Wirrsal der durch so verschiedene Glaubensformcnherbeigeführten Zwiespalts erst dann dar, als die Religionen desWischnu und Schiwa über alle andern den Sieg davontrugen, indemsie sich eine gegenseitige Dulcnng gewährten. Trotzdem ein Jederin den ersten Zeiten seinen besondern Kultus einer besondern Gott-heit weihte, hielt er sich doch für rechtgläubig. Die Puranas führ-ten die ausschließliche Anbetung gewisser Gottheiten oder einerneuern Gestaltung derselben, oder endlich ganz neuer Gottheiten ein.Alsdann verschwand Brahma und die Symbole ersetzten die Typen.Die Anhänger des Schiwa verehrten insbesondere den Lingam, diedes Wischnu den KriSna; die ersten bezeichnen sich die Stirne mitdrei Strichen in Form eines Halbmondes, die Nase mit einemrothen Flecken aus einer Mischung, welche aus Thon vom Ganges,Kuhmist und Sandelhokzpulver besteht; die letztem ziehen von derStirne zur Nase zwei senkrechte Striche mit einer Mischung ausden genannten Stoffen, ohne den Kuhmist. Von allen andern ver-schieden ist die Sekte der Buddhisten, auf die wir sogleich zurück-kommen.
Der Schiwa Kult ist Kaschemir, der Wischnu-Kult den östlichenGegenden eigen, der Buddhismus entstammt einem priesterlichenVolke im Nordosten Indiens, während der Brahma-Kult zwischenGanges und Jumna sich hält. Im Laufe der Zeit vereinigten sichdie Kulte, wie die Bruchstücke der verschiedenen Völker.
Was die Verwandlungen anbelangt, so haben diejenigen Brah-ma's den Zweck, die vier großen Epochen der heiligen Literatur derVrahminen zu personifiziren, diejenigen Wischnus zeigen die thätigeGottheit, auf die Erde sich herablassend, um selbe mit kräftigemArme zu retten, diejenigen Schiwas verdeutlichen die himmlische Rache,
*) Eine sehr intercffiriile Denkschrift WilsvnS über die indischen Lekeenbefinde! sich im XVl. Bde. der Uesvnrolies. (Vnlouttn, 1829.)