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Erster Band
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Philosophie Vedanla.

Die Mimansa ist sowohl praktisch als theologisch. Zm erster«Sinne ist sie eine Exegese über den Begriff der Offenbarung, um dieBeweise der Pflicht, d. i. der Opfer und anderer von den Vedasbefohlener Dinge festzusetzen. Es ist dies eher ein religiöses alswissenschaftliches System, außer daß es in den zur Erläuterung gege-benen Aphorismen verschiedene Gegenstände der Philosophie berührt.Giemini, der Gründer dieser Schule, definirt die Pflicht als einedurch ein Gebot vorgeschriebene, zu erfüllende Handlung; hierausscheint ein rückhaltloser Glaube an die Vedas hervorzugehen.

Die Commentatoren behaupten indessen, man müsse andere Re-geln der Pflicht aufsuchen, da das Gebot allein nicht genügend er-scheine. Die verschiedenen Fälle werden von ihnen untersucht je nachden fünf Theilen, die sie für jeden vollständigen Fall als nothwendigerachten: 1) der zu erklärende Gegenstand , 2) der Zweifel, welchener hervorruft, 3) die erste Seite des Arguments in materieller Be-ziehung, 4) der demonstrirte Schluß, 5) die Accessorien oder dieBeziehungen.

Die theologische Mimansa ist die Untersuchung des Beweises,der in theologischer Beziehung sich aus den Vedas ableiten läßt; sieheißt auch Vedanta, d. i. Schluß der Vedas. In der That gebenauch die Sutras von Viasa, das Hauptwerk der Vedanta, dieErklärung der Vedas in Betreff der Existenz Gottes, von welchemdie Entstehung, Erhaltung und Vernichtung dieser Welt kommen.

Der Vedanta Hauptlehre ist, daß das höchste Wesen die ma-terielle und wesentliche Ursache des Weltalls ist: „Brahma ist Ur-sache und Wirkung; das Meer ist eins mit seinen Gewässern, obgleichSchaum, Wellen, Fluth unter sich verschieden sind. Eine Wirkung istnichts anderes als die Ursache. Brahma ist die Seele, die Seeleist Brahma. Die nämliche Erde bietet Diamanten, Kristalle, Oper-ment dar; der nämliche Boden bringt einen großen Reichthum vonPflanzen hervor; die nämliche Nahrung erzeugt das Fleisch, dieNagel, die Haare. Gleich wie die Milch dick und das Wasser Eiswird, verändert und umgestaltet sich Brahma, ohne daß er hiezuirgend eines andern äußern Mittels bedarf. Die Spinne fertigt ihrGewebe aus ihrem eigenen Wesen; die Geister nehmen verschiedeneGestalten an; der Kranich erzeugt ohne Männchen; der Lotos ver-breitet sich von Teich zu Teich ohne Organe der Fortbewegung.