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Kein anderer Grund oder besonderer Zweck als der Wille Brah-mas kann für die Erschaffung des Weltalls angegeben werden."
Diese Philosophie, welche die ganze Literatur und das geselligeLeben der Jndier beherrscht, beweist, wie man nothwendig zumPantheismus gelangt, wenn man nicht lediglich als That des Be-wußtseyns die zufälligen und endlichen Wesen annehmen will, be-weist, wie der Pantheismus auf das nämliche Ziel wie der Scep-ticismus hinausläuft, nämlich auf die Vernichtung der menschlichenIntelligenz, da er klare Begriffe als illusorisch verwerfen muß,um nur den Gedanken einer absoluten Einheit aufrecht zu erhalten.Indessen sieht sich doch der Vedanta genöthigt, da er die göttliche Offen-barung dogmatisch annimmt, auch die Persönlichkeit Gottes und diemenschliche Willensfreiheit anzunehmen und solcherweise den Pan-theismus durch die Geschichte und die Mythologie zu mildern.
Gemeiniglich findet man in diesen Systemen den Begriff einerunendlichen Substanz, welche sich eher durch Emanation als durchSchöpfung im Weltall bekundete, wie auch den einer alternirendenund periodischen Gestaltung und Zerstörung der Dinge, deren ersterUrsprung erklärt wird durch den Materialismus, den Dualismusund den Pantheismus, in welchen Abgründen sich unfehlbar jeder,der von den Ueberlieferungen abweicht, verliert. In der Praxisstreben alle diese Ideen darnach, die Seele von ihrer ursprünglichenWunde zu heilen, die Strafe der Verwandlung abzuwenden undeinen Zustand vollständigen Abgezogenseins, gänzlicher Gleichgültig-keit, wozu die geistige Thätigkeit führt, herbeizuführen. Diese ver-schiedenen Systeme stimmen auch in dem Glauben überein, daß dievon den Vedas vorgeschriebenen Opfer, wegen des dabei vergossenenBlutes, nicht rein genug und nicht genügend seien zur Erlangungder endlichen Befreiung der Seelen. Deßhalb bleibt denn noch eineBuße jenseits des Grabes und ist es heiligste Pflicht eines Sohnesund aller Nachkommen, sich den Bußübungen für den Verstorbenenzu unterziehen, welcher Gebrauch überhaupt tief eingewurzelt ist vonden Zeiten der Patriarchen an. Daher die beständige Ermunterungzur Ehe, welche bei den Brahminen geradezu eine Verpflichtung ist,damit sie die eheliche Nachkommenschaft, die ihnen die so hoch ange-schlagenen Uebungen leiste, hinterlassen; daher auch die Achtung vorden Frauen: „Das Weib ist die Hälfte des Mannes, sagt ein alterDichter; es ist sein vertrautester Freund, die Quelle des Heils.Vom Weibe wird der Erlöser geboren" ... „Die Frauen sind dieFreundinnen der Einsamen; ihre Unterhaltung bringt eine süße Er-