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ihn voll Ehrfurcht und flohen ihn an, der Welt die Gesetze, welchedie Bewohner der Erde leiten sollen, zu verkünden; Manu lächeltgewährend, und beginnt mit der Darlegung der Schöpfungsgeschichte.
Gott, so verkündet er, erschuf, um die Menschheit zu verbreiten,aus seinem Munde, seinen Armen, seiner Hüfte, seinem Fuße denBrahminen, den Xathrya, den Waisia, den Sudra. Nachdem Gottseinen eigenen Körper in zwei Hälften getheilt, wurde er halb männ-lich, halb weiblich; sein männlicher Theil verband sich mit seinemweiblichen und zeugte Vivagi; Vivagi erzeugte aus sich selbstManu, den Schöpfer des Weltalls. Dieser bin ich, und da ichzu erschaffen wünschte*), brachte ich die 10 sehr Heiligen (Ma-harki), die Herrn des Weltalls hervor; diese erschufen die siebenManus, die Vögel, die Schlangen, die Drachen, die Gnomen, dieNiesen, die Vamppre, die Nymphen, die Affen, die Würmer, dieMeteore, die Unbeweglichen. Alle diese von vielgestaltiger Finsternißeingehüllten Wesen haben das Bewußtseyn, die Empfindung desVergnügens und Schmerzes; sie sind den Umgestaltungen, Wande-rungen in der ruhelos wechselnden Welt der Phänomene unterworfen.
Nach vollendeter Schöpfung ward die unbegreifliche Macht ab-sorbirt in der höchsten Seele, die Zeit durch die Zeit verjagend.So lange Gott wacht, beharrt die Welt im Wechsel, sobald er jedochin Ruhe versinkt, verfällt die Welt. Die Thiere nehmen den erstenRang unter den Wesen ein, unter den Thieren wieder die selbstän-dig eristirenden, nämlich die Menschen, unter diesen die Brahminen,die beständige Verkörperung der Gerechtigkeit.
Die Menschen besitzen Alle Selbstliebe, wodurch die Wünscheund unruhigen Neigungen entstehen. Wer seine Pflichten erfüllt,ohne Hoffnung auf Belohnung, erlangt die Unsterblichkeit. Gottlosist, wer die Vedas oder die Dharma Sastras verachtet, d. i. dieOffenbarung und Ueberlieferung des Gesetzes; beide bilden mitSittlichkeit und der Kunst, zufrieden mit sich (selbstgenügsam) zuleben, das Höchste unserer Pflichten. Die Religion gebietet dasGebet oum, die Reinigungen durchs Feuer, die Opfer, die Trank-opfer für die Heiligen. Die Pflichten gegen uns selbst sind, die eilfSinne zu beherrschen, die heilige Wissenschaft zu erforschen, ein gutesund unverdorbenes Herz zu bewahren, da sonst die Opfer werthlos
*) Es ist bemerkenswerth, daß in asten indischen Schöpfungsgeschichten derGedanke, die Betrachtung, die Andacht und die Buße als nothwendigeBedingungen des Erschaffens hingestellt werden.