Band 
Erster Band
JPEG-Download
 

39S

sind, sich mit seinen eignen Angelegenheiten zu beschäftigen, nicht zureden, ohne dazu aufgefordert zu seyn, die weltlichen Ehren zu ver-achten, sich rein in Sprache und Geist zu bewahren. Die Pflichtengegen die Andern sind, die Greise zu ehren, seinem Vater mehrals hundert Herren, und seiner Mutter mehr als tausend Brudernund demjenigen, welcher die heilige Lehre mittheilt, mehr als Vaterund Mutter zu gehorchen, gegen seine Schüler wohlwollend zu ver-fahren, und selbst nicht einmal durch den Wunsch dem Nächstenwehe zu thun.

Jedes Thun, Handeln oder Reden trägt gute oder böse Frucht.Es ist eine Sünde im Geiste, sich das Gut des Nächsten zu wün-schen, ein Verbrechen zu beabsichtigen, Gott zu läugnen ; mit Wortensündigen ist lügen, Schlimmes nachreden, zu unpassender Zeit reden.Man sündigt auch durch Handlungen, wenn man sich das Gut desNächsten aneignet, lebenden Wesen zu schaden, ohne die Erlaubnißdes Gesetzes dem Weibe des Nächsten in böser Absicht zu nahen sucht.

Die Natur der Strafe ist den Werken entsprechend. Wegender verkehrten Handlungen seines Körpers geht der Mensch nachseinem Tode in bewegungslose Geschöpfe über; wegen der Sündendes Wortes wird er in Vögel oder röthliche Thiere verwandelt;wegen der Sünden in Gedanken wird er in eine niederere Kasteversetzt.

DaS Weib möge niemals nach der Freiheit streben. Als jungesMädchen ist sie von ihrem Vater, als Weib von ihrem Gatten, alsWittwe von ihrem Sohne abhängig. Wähle zur Gattin ein Weibvon angenehmem Aeußern, das keine entzündeten Augen, nicht zuviel und nicht zu wenig Haare hat, nicht mehr als nothwendig istspricht; es habe einen wohllautenden Namen, der in langen Selbst-lauteru gleich Segensworten ende, nicht den eines Sternbildes, einesBaumes, eines Flusses, einer Schlange, eines Vogels, eines Bergesoder eines barbarischen Stammes. Die tugendhafte Frau mußihren Mann gleich Gott ehren, selbst wenn er die Gebräuche nichtbeobachten, eine Andere lieben oder alles Verdienstes baar seyn sollte.Nur in dem Maße, als eine Frau ihren Herrn ehrt, wird sie in denHimmel erhoben; verliert sie ihn, so darf sie nicht zur zweiten Eheschreiten.

Die Seele hat drei Eigenschaften, Güte, Leidenschaft, Dunkel-heit, an eine derselben bleibt das ganze Leben lang die Intelligenzgeknüpft. Nach dem Tode gehen die mit Güte begabten Seelenzur göttlichen Natur über, die von der Leidenschaft beherrschten