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Die Ideen sind übertrieben, die Begebenheiten auf einander gehäuft,die Bilder riesenhaft, aber einfach ist der Styl, rein die Färbung,sparsam angebracht die Ausschmückung von Figuren und Epithcten;das Ueberwuchernde liegt in der Phantasie, nicht in der Darstellungund in den Worten, daher auch eine durchsichtige und regelmäßigeSprache einen eigenthümlichen Contrast mit der Ungeheuerlichkeit derFabel bildet.
Gegenstand der heroischen Dichtungen sind die verschiedenenJncarnationen der Götter, die sich nicht blos in Menschen, sondernauch in Thiere verwandeln; daher erscheint auch das höchste Wesenin denselben nicht blos als Folie, sondern geradezu als Stoff, wiein Milton und Klopstock; selbst die Menschen vermögen sichdurch die Kraft der Betrachtung der Gottheit zu nähern, und in solcherWeise vermehren sich die Beziehungen zwischen den höchsten undniedrigsten Wesen. Man kann übrigens nicht anders sagen, als daßdiese rothen und blauen Gottheiten, mit hundert Armen und Brüsten,die sich in Bären, Affen oder Schlangen verwandeln, das mensch-liche Gefühl wie den Begriff vom Schönen beleidigen. Da derMensch gewordene Gott die sich ihm entgegenthürmenden Hindernissezu leicht besiegen würde, so wird seiner Macht das Schicksal und dieM ay a oder die Illusion, welche gleichsam einen Schleier vor seinenAugen bildet, so daß er in die Zukunft nicht zu schauen vermag,gegenübergestellt.
Ramayana.
Die berühmtesten dieser Dichtungen sind der Ramayana undder Maha-Barata. Die erstere ward wohl gleichzeitig mit demDarma-Sastra geschrieben und ihr Gegenstand ist der SiegNama's (des incarnirten Wischnu) über Navano, Fürsten derRassasis oder Dämonen. Diese hatten den guten Genien Las Vor-recht der Unoerwundbarkeit geraubt, wodurch sie über diese denSieg davon trugen und nur von einem Menschen besiegt werdenkonnten. Die guten Geister baten daher Wischnu, Menschengestaltanzunehmen. Dasarata herrschte damals seit neun Jahrhundertenin Ayodia, „einer von Muni, dem ersten Beherrscher der Men-schen erbauten Stadt. Ihre Straßen waren streng nach der Schnurgezogen und im Ueberfluß mit Wasser versehen; die Häuser warenschachbrettartig mit verschiedenen Farben bemalt. Die Stadt warvoller Handelsleute aller Art, voll Springer, Tänzer, Elephanten,Wagen, Pferde, sie besaß einen Reichthum an kostbaren Steinen, an