Band 
Fünfter Band.
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Verfeinerungen des Luxus, auf Gemächlichkeit des Lebens/ wirdim Mittelalter nur Rohheit und Elend erblicken. Wenn die Mittelzur Vervollkommnung und Verschönung des Lebens den Maßstababgeben sollen für die Ruhmwürdigkeit und die Blüthe einerEpoche/ so ist freilich keine andere der unsern vorzuziehen. Ruhm-würdigkeit und Blüthe bestehen aber in dem Zwecke/ den man sichsetzt/ und in der Weift/ wie die Mittel zum Zwecke angewandtwerden. Wenn ihr darauf pocht/ unser Zeitalter zu bewundern,so thut es/ aber nehmt dann auch unter seine größten Vorzügeden auf, besser und gerechter die Verdienste der vorhergegangenenzu würdigen zu vermögen.

Die für die monarchische Verfassung eingenommenen Geister/wie sie eö im verflossenen Jahrhundert waren, konnten eine zwi-schen den Feudalherren und Munizipien getheilte, von einer macht-losen Obergewalt und unzähligen Privilegien von Korporationenund Individuen im Gleichgewicht gehaltene RegierungSgewalt nichtbegreifen. Gleichwie ein wankender Greis das fröhliche Kind be-mitleidet, welches das Uebermaß seiner Lebensfülle im Laufen undSpringen äußert: ebenso muß ein Geschlecht, welches das höchsteGlück darein setzt,, nichts zu thun, die Ordnung zu bewahren, undunter Ordnung sich etwas denkt, was kein Geräusch macht, nichtAnlaß gibt zu Befürchtungen, sich an Tugend und Laster, an denUnterdrückten wie den Unterdrücker nicht kehrt, ein solches Ge-schlecht, sage ich, muß die Stürme des Fortschritts und der Frei-heit, die Verhandlungen im Rathe, den Lärm auf öffentlichemMarkte, die Kämpfe im freien Felde, in den Schulen und Kir-chen beklagenswerth finden. Aber nein, die Bewegung ist nichtsUnheilvolles, Bewegung ist Leben, Unthätigkeit ist Tod. Selbstdes Ehrgeizes Streben schlug oft zum Vortheil der menschlichenGesellschaft aus, in Zeiten, in welchen dem wahrhaft Gläubigenund Willensstärken nichts unmöglich scheint. Man versuchte sichin Allem, weil Alles unbekannt war; nach einem Bessern ringend,das man noch nicht gehörig kannte, machte man zahlreiche Er-fahrungen ; man schuf, erfand, regelte sogar einiges inmitten derallgemeinen Auflösung.

So verfuhren unsere Väter indeß keineswegs aus bewußtenGründen und aus selbstsüchtiger Berechnung, sondern vielmehraus Eingebung, aus plötzlichen Anregungen: das öffentliche Lebenconcentrirte sich im Gemüthe, welches jetzt ganz und gar der auf-genöthigten oder nachäffenden Meinung die Herrschaft eingeräumt