Band 
Fünfter Band.
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kcit, um die Gewalt nicht in'S Schwert, sondern in den Willenzu setzen, den Stolz unter die Liebe zu beugen, Allen die Machtder Versagung fühlbar zu machen; von ihr geführt heiligte sichdie Tapferkeit, gewohnt der mörderischen Bruderkämpfe, unterdem himmlischen Segen, um den Halbmond von den KuppelnKonstantinopels, den Gestaden Siziliens, Majorka'ö und Spanienszu entfernen.

Die hervorspringendste Eigenthümlichkeit dieser religiösen Ge-sellschaft ist, daß sie der Erfüllung der Pstichten der bürgerlichenGesellschaft sich unterzog und gleichsam aus innerer Conscquenzthat, was erst viel später auf dem Wege des VerordnenS einge-führt wurde. Ist Niemand da, um über die Brauchbarkeit undSicherheit der Landstraßen zu wachen? Sie pflanzt zu ihremSchutze Kreuze und baut Kapellen. Gibt eö keine Herbergen?Sie eröffnet ihre Hospizien und Einsiedeleien. Wo findet derNothleidende Brod ? Sie vertheilt Nahrung an den Pforten ihrerKlöster. Die vor den Heiligenbildern angezündeten Laternen er-setze« die nächtliche Straßenbeleuchtung, die Tauf-, TrauungS-und-Todtenbücher ersetzen die CivilstandSregister; die Märkte sindnur sicher auf der Schwelle der Kirche und am Tage deS Kirchen-patronS; die Reste des Wissens bergen sich in den Klöstern, wodie künftigen Gelehrten die einzigen Schulen der Zeit, die Land-wirthe die Muster der besten Landwirthschaft antreffen. Postenbestehen noch nicht, aber Mönche, Glaubcnsboten setzen Rom inVerbindung mit JSland und der Tartarei; die Kirche gründetCongregationen zur Aufnahme der verlassenen Kinder, zur War-tung der Kranken, zum Schutz der bedrohten Unschuld, zum LoS-kauf der Gefangenen.

Da ist es, wo wir die Moralität suchen. Darum flößen unsdie Gründung eines Klosters, die Einsetzung eines Ordens, dieReise eines GlaubenSboten eben so große und noch größere Theil-nahme ein, als die geräuschvollen Missethaten der Könige oderdie Veränderungen der Dynastien *). Auch liebte das Volk diesereligiösen Republiken, in welche die Christen aller Stände undaller Länder als Mitglieder eintreten konnten, wo sie Gelegenheitfanden, den Druck barbarischer Gesetze, unter deren Herrschaft

Voltaire freilich meint, daß Mönch» und religiöse Orden in der Ge-schichte keine Stelle finden sollten, weil die alten Geschichtschreiber und vonden Priestern der Juno und der Kybele nichts erzählen!