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v. Viterbo und das der Encyclopädie an Ossian glaub«/ hegtebereits das eilfre Zweifel über die falschen Dckretalen. KönigLuitprand und Bischof Agobard sprachen sich gegen die Gottes--urtheile/ die Feuer- und Wasserproben/ trotzdem diese Einrich-tungen in den Vorurtheilen/ Sitten und Gesetzen eine große Stützefanden/ und den Glauben/ Stürme seien das Werk von Zauberern/aus. Der irländische Mönch VirgiliuS und Johann v. Sa-liSbury lehrten lange vor Copernicus das wahre Weltsystemund das Dasein der Antipoden. Andere griffen an oder verthei-digten die weltliche und geistliche Gewalt des Papstes/ bekämpftendurch Vernunft- und Scherzgründe den Mißbrauch des Monachis-mus und die falsche Religiosität/ untersuchten die Rechte des Kö-nigthums. Jene Zeit festete die Grundlagen der staatlichen Or-ganisation und in einer Weift/ daß die dauerndsten Verfaffun-gen darauf zurückzuführen sind. Alle Systeme/ Dogmen/ Ritenfanden Vertheidiger und Gegner; und die politischen KetzereienArnold's v. Brescia und deS Dolcino/ die philosophischenHäresien des OrigeneS Abelard/ die religiösen Ketzereien derÄlbigenscr und des Photius ließen Luther und Socinuskaum mehr etwas Neues zu sagen übrig.
Wäre da nun die Ansicht so ganz ungerechtfertigt/ daß dieseMänner/ unsere ungebildeten Vorfahren/ die Welt civilisirten?Durch ihre Uebersetzungen des Evangeliums in die Volkssprachenbestimmten und glätteten sie dieselben; sie dichteten Hymnen/welche man noch heute singt; sie entrissen ganze Nationen demverwerflichsten und grausamsten Aberglauben.
Ohne Zweifel hatten sie ihre großen Mängel; allein man wirdden Namen eines großen Feldherrn dem Alexander nicht ver-weigern/ weil er bei Leipzig nicht siegte oder die Citadelle beiAntwerpen nicht einnähn,/ und Homer bleibt immer ein großerDichter/ trotz seiner geographischen und astronomischen Unwissen-heit. Zwischen der Geschichte des Mittelalters und der des Al-terthums ist derselbe Unterschied / welcher sich in den Baudenk-mäler, beider Epochen bemerklich macht/ so z. B. zwischen demPantheon und dem Dom zu Mailand mit seinen unzähligen Spitz-thürmen und seinen unendlichen Verzierungen. Dieser Don,/ wenngleich in jedem seiner einzelnen Theile von so hoher Schönheit/wird nur denjenigen gefalle«/ welche im kühnen Himmelanstrebenaller dieser Spitzen etwas Erhabeneres zu sehen vermöge»/ alsdie darin vermißte Einheit. Die antiken Meisterwerke/ wie Tem-
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