Band 
Fünfter Band.
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sind nur bemüht/ die Gemüther dafür zu siimmen/ erst rcisticherzu prüfe»/ zum Studium dieser so wenig gewürdigten Zeit mehrGerechtigkeit mitzubringen/ die Unbilligkeit derjenigen wieder gutzu mache«/ welche dem Mittelalter alle Uebel der Vergangenheitzuschreiben/ selbst die nur vorübergehenden und vom Alterthumherübergekommenen. Wir glauben/ daß jedes Zeitalter zum Fort-schritt beiträgt / daß das unsere fast in allen Beziehungen demMittelalter den Rang abläuft/ daß aber im Mittelalter die Ver-besserungen/ welche uns so hoch über die Alten stellen/ sich vorbe-reiteten und zum großen Theile auch vollendeten. Es war einschmerzlicher/ jedoch nothwendiger Uebergang/ den man nach seinenResultaten beurtheilen muß. Es war eine sorglose phantasiereicheKindheit/ die kaum eines Strebens sich bewußt war und in ver-geblichen/ mitunter lächerlichen Bemühungen ihre Kräfte ver-brauchte/ welche ohne viel Gedächtniß/ doch noch weniger Berech-nung alles erfand/ alles lernte/ an Gesang und wunderbarenDingen ihre Freude hatte/ in die Hallen der Hochschulen sichdrängte/ nachdem sie kaum die Elemente des Wissens erfaßt hatte:nun wohl/ sie irrte/ doch sie irrte ehrlich und edel.

Eine Unzahl störender und verwirrender Ursachen sind Schuld/daß zu jener Epoche das Gute und Große nur theilweise hervor-traten; dagegen nahmen die sittliche Entwicklung/ die Umgestaltungdes praktischen Lebens einen freiern Aufschwung. Die sittigendeKraft des Christenthums/ das Beispiel redlich errungener und un-erschütterlich vertheidigter Gerechtsame/ die täglich gewonnene Er-fahrung/ der allem Unglück zu Theil werdende lindernde Trostverschaffen dem Mittelalter den Ruhm/ das Aufblühen einer neuenWelt/ eines neuen Geistes- und Gefühlslebens veranlaßt/ dem Ver-stände wie der Einbildungskraft eine neue Richtung und Kraftgegeben zu haben. Das muß einem Jeden in die Augen springen/der nicht blos den Eroberern/ sondern auch der größer» Mehr-heit/ dem Volke/ seine Theilnahme zuwendet. Das Volk kannaber nur von denen verstanden werde»/ die mit ihm Leid undFreud/ Hoffnung und Furcht/ Fluch und Segen theilen. Nurdiejenigen werden Institutionen/ welche den Gesetzen der Hülf-losesten entgegenkamen/ eine Macht/ welche überall Gerechtigkeitund Sittlichkeit beschützte/ zu würdigen wissen; nur diese werdenzu beurtheilen vermögen den Unterschied zwischen dem Mittelalterund der neuern Zeit/ die mit einer Ohrfeige/ welche der Minister

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