Band 
Fünfter Band.
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eines Königs dem Stellvertreter des Volks zu geben sich erlaubte,begann.

Die Literatoren, welche so vielen Abstraktionen und Distink-tionen sich unterziehen, um die Alten rühmen zu können, brauch,ten nur die nämliche Methode auf das Mittelalter anzuwenden,um bekennen zu müssen, daß gewisse Einrichtungen für gewisseZeiten und Kulturzustände ganz passend waren, und die Ueber-zeugung zu gewinnen, daß, wenn man das von diesen Einrichtun-gen früher hervorgebrachte Gute anerkennt, man damit noch nichtbehauptet hat, dieselben seien auch für andere Perioden des ge-sellschaftlichen Lebens nützlich.

Wenn ich auf die Abscheulichkeiten der französischen Revolu-tion und der Schreckenszeit verweise, stellt man mir vielleicht dieNothwendigkeit dieser Krisis und die nützlichen Folgen dieserKleichmachung durch daö Henkerbeil entgegen. Nun wohl. Warumaber sollte man nicht gleich rücksichtsvoll verfahren gegen eineZeit, welche die Wiege der neuen Gesellschaft war und der mandie Sprachen, die Originalliteraturen, die großartigsten und merk-würdigsten Denkmale, die historischen Familien, daö heroische Zeit-alter der europäischen Nationen verdankt? Die Kenntniß dieserZeit ist nicht bloß ein Gegenstand der Neugicrde oder der For-schung für die Wissenschaft, sie ist zum mindesten ebenso bedeu-tungsvoll für uns als die unsers Jahrhunderts, unserer Rechteund der Mittel, zu denselben zu gelangen, unserer Bedürfnisseund der Mittel zu ihrer Befriedigung. Diese Zeit, eher als dieGeschichte von Reichen, wo ein Fehler des Monarchen daö Schick-sal von Millionen Unterthanen entscheidet, ertheilt uns jene Leh-ren, die uns Achtung und Menschenwürde einflößen und uns sagen,wo deö Menschen wahres Glück zu finden.

WaS nun uns anbelangt, die wir bei unserer Schwäche unsmit einem sorgfältigen Stoppellesen begnügen müssen auf einemFelde, wo andere reich gcärndtet, wir sehen wohl, während wireö unternehmen, eine Zeit der mächtigen Ueberzeugungen undgroßen Thaten zu zeichnen und zwar zu einer Epoche, die mitwenig Vertrauen auf die Meinungen der Vergangenheit und nochweniger Glauben an die Zukunft sich darin gefällt, in der Sorg-losigkeit und Langweile, dem Kinde des Zweifels, hinzuleben undes nicht wagt, den Erschwung und die Klarheit, welche der Glaubeerzeugt, zu begreifen — wir also sehen uns wohl dem übermüthi.gen Spott und der verläumdcrischen Satyre derer anheimfallen,