ängstlich gewordenen Kinde; er führt es an das Schreckbild undläßt's mit den Händen greifen. Ich weiß/ daß Willenskraft undUeberzeugung sehr energisch sein müssen/ um gegen gewisse/ allge-mein Geltung habende Meinungen/ vor welchen die Gleichgültig-keit steh gerne beugt/ anzukämpfen; vielleicht gelingt es uns indeß/die Vorurtheile zu zerstören/ indem wir ste Aug' in Auge an-greifen und den Menschen und die Gesellschaft nicht unter einembeschränkten Gesichtspunkt/ sondern in der Gesammtheit der Ver-hältnisse/ Mittel und Handlungen betrachten.
DaS Wahre ist Gegenstand meiner Verehrung/ und mit gänz-lich »»eingeengtem Urtheile lege ich die Thatsachen dar/ welcheallein die Sprache der Wahrheit ausmachen.
Damit dies desto klarer hervortrete/ habe ich mich gewisserMethoden enthalten/ die von den neuern Geschichtschreiberngern angewandt werde«/ um die Folgen besonderer und zufäl-liger Ereignisse zu verallgemeinern und Einzelheiten auf Einzel-heiten anzuhäufen/ bis sie eine scheinbare Wichtigkeit erhalten:alles das / um sich das Ansehen von Propheten zu gebe»/ umSysteme zu schaffen/ die man in dem Grade schön findet/ alssie Unbestimmtes/ Neblichtes/ Unverständliches enthalten/ undwohlbegründete Ansichten umstoßen. Einige derselbe«/ von einerunfruchtbaren Gelehrsamkeit ausgehend/ ergingen sich in's Ly-rische/ schwebten zwischen Himmel und Erde und versetzten sodie Geschichte aus dem Gebiete der Analyse und der genauenUntersuchung in dasjenige kühner syntetischer Hypothesen. Sowollten insbesondere in Deutschland/ nach dem BeispieleVieo's/ einige Historiker in jeder Thatsache das Merkmal einerIdee erkennen/ indem sie die Wechselfälle der äußeren Welt mitder Stabilität des unsichtbaren Gedankens verwechselten. Diemich hinrissen/ als ich sie las/ flößten mir Widerwillen ein/ sobaldich sie studirte; Einige erschienen mit absurd/ Andere unfaßbar/die Meisten unklar/ Alle als keine Freunde der Wahrheit/ die sienothzüchtigen/ um sie ihren Neigungen zinsbar zu machen. Dar-aus folgerte ich/ daß das beste System jenes sei/ welches mit Ord-nung und Consequen; das Wahre und die sich daran anknüpfen-den Betrachtungen darlege. Was thut'S/ daß diese Methode ge-wöhnlich erscheine; die Einsichtsvollen werden doch erkennen/ daßich darin nach meinen Kräften die Früchte meiner eigenen/ undnoch mehr der Andern Studien verwandte.
Ich konnte mich ebenso wenig zu einer Schule bekennen,