360
Schutz und Dienst *); ohne Rücksicht auf seine Geburt war durchsolche Aufnahme der Mann dem gemeinen Stande enthoben undden Vornehmen gleichgestellt. Jeder Bencstciat/ jeder Mann imDienste des königlichen HauseS war edel/ da er vom Könige einGut als Geschenk oder Benefizium hatte. Die Kinder hatte«/ solange sie Minderjährige waren/ keine bürgerliche Existenz; dieder Edeln wurden durch ihren Vater dem Könige anempföhle»/was gleichfalls beweist/ daß sie nicht kraft ihrer Geburt IsMe.-!waren; nur die Bischöfe scheinen kraft ihres Amts adelig gewesenzu fei»/ obgleich auch sie in der Regel Nutznießer königlicherGüter waren. Gleicherweise waren bei den Angelsachsen dieEdeln (otlwl, eori«, iark) königliche Thanes/ und bei den Weft-gothen war edel/ wer zum königlichen Haus gehörte.
Der Adel war also nichts anderes/ als das v-uMlirtAiilm**)/dessen Ursprung bei den germanischen und gallischen Völkern sehralt ist. Es hatte die Wirkung/ einen Mann in daS Verhältnißder Unterthänigkeit-zu einem andern zu bringen/ so daß/ wurdedieser im königlichen Dienste ausser Landes gesandt/ jedes GerichtS.verfahren nicht nur gegen ihn/ sondern auch gegen seine Freundeund Vasallen unterbrochen war. Die auf ihrem eigenen Grundund Boden gebornen Freien der ersten Klasse bildeten die Volks.Versammlung/ vor welcher auf dem Marktplatz Gericht gehaltenwurde (muljuk) / und hatten Antheil an der Regierung als Bei-sitzer der Magistrate und als Richter/ wählten auch wohl die den
Die Edeln hießen in Franken leuäe«, untrusliones, vusulli, bei de»Longobarden masnackiori, in Britannien me«nelurck« oder königliche lkut->>e«z in den katein. Gesetzen werden sie bezeichnet als Näsle«, optimale«,«onioi'e«. Da dieser letztere Titel den Römern auch wegen Reichthumsverliehen wurde, könnte man vermuthen, der Adel sei überhaupt vom Ver-mögen abhängig gewesen, was bei den Angelsachsen unzweifelhaft derFall war,
'*) Die Etymologie dieses Wortes ist nicht festgestellt. Die Einen leiten esvom keltischen Kua«« (Knecht), die Andern von va«en ab, der alt-deutschen Form für fassen, wonach ^al-vussor sehr anhänglich be-deutete. Wir stnd geneigt die Ableitung von xs««el (holl. und deutschGefährte, Gesell) anzunehmen; die genau entsprechende latein. Uebersetzungwäre dann evmo«, welchen Ausdruck auch Tacitus für Vasall gebraucht.Die Poln. Edelleute nennen sich s o^la olieio^sl ui-iiio); dem entspre-chend ist der hie und da gebräuchliche Ausdruck Geschlechter für Fa-milien, Häuser, wie die xsnte« der Römer.