Band 
Fünfter Band.
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berei Angeklagte«/ namentlich Weiber/ wurden an Händen undFüßen in ein fließendes Wasser geworfen und für schuldig erklärt/wenn üe nicht untersanken/ weil man die Meinung hegte/ daßZauberer/ Hexe«/ Besessene ihr natürliches Gewicht verlören. Dirgewöhnlichsten Proben waren die des heißen Wassers (Kesselfangs)und glühenden EisenS. Der Verdächtige mußte mit nackten Ar-men aus einem Kessel voll siedenden Wassers einen Stein holenoder ein glühendes Eisen hatten oder eine Strecke weit mit bloßenHänden trage«/ oder auch über glühende Stangen schreite«/ wor-auf seine Hände und Füße mit Binden umwunden und daraufein Siegel gedrückt wurde; nach drei Tagen wurden die Bindenabgenommen und zeigte sich keine Verletzung/ so war er allerSchuld ledig. Häufig wurden zwei Scheiterhaufen feierlich ange-zündet und die Gegner oder ihre Kämpen mußten zwischen beidendurch gehen; wer von den Flammen nicht verletzt wurde/ war dergewinnende Theil. Karl der Große ordnete in seinem Testa-mente an / daß die zwischen seinen Söhnen etwa sich erhebendenZwistigkeiten durch die Kreuzprobe geschlichtet werden sollten. Alswegen der Einfälle der Avaren die Mauern von Verona wieder-aufgebaut werden sollten und es strittig wurde/ ob ein Dritteloder ein Viertel dieses Bau'S dem Klerus zur Last zu fallen habe/verschaffte der Kämpe des Klerus diesem den Sieg / indem erwährend der ganzen Lesung der Passion nach dem h. Matthäusfeine Hände erhoben hielt *). Kunigunde/ Gemahlin des Kai-sers Heinrich 11/ schritt nackten FußeS über glühende Eisen-stangen zum Beweise ihrer Keuschheit; dasselbe that Emma/Kö-nigin von England; die Unschuld TeutbergcnS/ der GemahlinLothars von Lothringen/ ward von einem Kämpen/ der für sie dieProbe des heißen Wassers bestand, erwiesen. Joannes/ darum Ig-näus zubenannt, überführte den Erzbischof von Florenz und Lutr-prand den von Mailand der Simonie / indem ste unverletzt zwi-schen zwei brennenden Scheiterhaufen hindurchschritten. Die Re-liquien wurden häufig diesen Proben unterworfen und zuweilensprangen fie von selbst aus den Flammen; es wird erzählt/ dieam-brofianischcn Missale seien mit Glück der Feuerprobe unterworfenworden/ alsKarl der Große den Ritus dieses Namens aufzuhe-ben versuchte und der mozarabische Ritus in Spanien durch den

Beiläufig bemerkt, ist diese Thatsache abermals ein Beweis, daß die Geist-lichen sein römischen Gesetz nicht unterwvrsen waren.