Band 
Fünfter Band.
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den Empfänger bestand und sich biö in'S 13. Jahrh, erhielt ;später war es jedoch abgekommen/ das Gewand wirklich zu geben-man reichte nur den Rand davon hin. Rotharis verordnete,falls der Empfänger durch den Geber aufgefordert werden sollte,den Beweis des Empfanges durch den lannkdülä zu führen, habeer die Uebergabe zu beschwören oder daS d. h. den ent-

sprechenden Werth zurückzuerstatten. Luitprand*) erklärte dieDonation ohne lannoekilck und tinx**) für ungültig, mitAusnahme der zur Erlösung der Seelen an Kirchen und heiligeOrte gemachten Schenkungen.

Moral.

Ein Volk, welches seine Heimath verläßt, erleidet eine wesent-liche Einbuße an den zartesten Empfindungen, die — so ist es inder menschlichen Natur begründet — an bestimmte Orte, Feste,Erinnerungen sich anknüpfen. Einen hinreichenden Beweis hiefürgewähren die Ausschweifungen, denen sich diejenigen überlassen,welche ausziehen, um Niederlassungen zu gründen und Eroberun-gen zu machen. Die Spanier, Portugiesen, Engländer des 16.Jahrhunderts zeigten sich bei aller Civilisation nicht minder bar-barisch, alö die gläubigen und ritterlichen Kreuzfahrer des zwölf-ten. Die Anwendung dieses Satzes auf die Germanen zur Zeitder Völkerwanderung liegt nahe. Diese Völker stießen auf einedurch die Genußsucht entnervte, die Sklaverei erniedrigte, denGötzendienst verderbte Gesellschaft, welche daS Christenthum nochnicht hatte hinreichend durchdrungen können, um sie zu bessern.Die Folge war, daß jene zu ihren eigenen Lastern die der Be-siegten annahmen, so daß, wenn einerseits Trug, Niedrigkeit, ver-feinerte Wollust Eckel einflößen, anderseits unS Schrecken ergreiftbeim Schauspiele roher Grausamkeit, räuberischer Wildheit, viehi-scher Ausschweifung. DeS PaganiSmuS trauriger Hinterlassenschaftan Aberglauben und widersinnigen Gebräuchen fügten die Bar-baren ihre eigenen Träumereien hinzu, wie denn auch ihre Gesetzehäufig der Zaubereien und der Verträge mit dem Bösen gedenken.DaS Concil von Agde verbietet den Klerikern, sich mit Augurienund Loosen durch Anrufung der Heiligen zu beschäftigen und der

»9 kolk. I.. 175. I. uitpr. VI, I. I!>.

Grorins übersetzt das Wort tinv durch feierliche Schenkung. Vergl. Dubange beim Wort Investitur.