Band 
Fünfter Band.
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wurden, auf daß diejenige»/ die allenfalls Kenntniß hätten voneinem Umstände/ der die Weihe nicht zulassen würde/ ihre Erklä-rung abgeben konnten. Da das Concil von Nicäa erklärt hatte/zur Gültigkeit der Wahl eines Bischofs sei die Gegenwart oderdie Zustimmung der übrigen Prälaten der Provinz nothwendig,konnten sie durch ihre Stimmenmehrheit die Ernennungen der ge-wöhnlichen Versammlungen annullircn / und allmälig (nicht mirEinemmale/ denn noch im 6. Jahrhundert nahmen einige Gemein-de» an den Wahlen Theil/ und Juftinian/ X«v. 6XXXVII, 2,befahl die Zuziehung der Notabel» der Stadt) hielt das Volksich von den Wahlen ferne/ als eö einsah/ daß ihm nur ein Scheinvon Recht geblieben.

Uebrigcns war die Wahl des Bischofs nicht immer regelmäßig.AlS zu Mailand ein Nachfolger des AuxentiuS gewählt werdensoll/ und der Statthalter in der Versammlung erscheint/ um dieOrdnung zu erhalten/ wird dieser selbst gewählt. AlS nach demTode des Bischofs Paulus in ChalonS wegen der Wahl einesNachfolgers steh Parteien bilden/ ertheilen die Bischöfe Parien-tius von Lyon und Euphronius von Autun einem unbekann-ten/ aber tugendhaften Priester Johann gleichsam durch Ueber-raschuug die Salbung *). Die Einwohner von BourgeS ver-trauen die Wahl ihres Bischofs dem SidoniuS Apollinaris.

Klerus.

Ursprünglich behielten Priester und Bischöfe die Tracht derLaien bei/ so daß man häufig den heil. AmbrosiuS mit seinemBruder/ dem Laien SatyruS/ verwechselte**). Die lange Sou-tane und der Mantel, welche in katholischen Ländern noch jetztdie geistliche Tracht bilden, waren die gewöhnliche Tracht derPhilosophen und überhaupt derer, die den Luxus flohen. DerGeistlichen einziger Unterschied bestand darin, daß die Lateinervom Haare nur einen Kranz oder eine Krone, die Griechen einBüschel in Kreuzesform stehen ließen ***). Zur Feier der heil.

*) Br. V. Sidon. Apoll. IV, 2S.

22) In obitu 8at^i'i oratio, 38. Papst Cöle still (ep. 2) versichcrl, selbstdie Bischöfe hätten keine besondere Tracht gehabt.

Das 4. Conzil v. Karthago verbietet dein Priester, seine Haare zu pfle-gen oder sich den Bart zn sichreren. Dieses Verbot wurde jedoch weniggeachtet. Die Tonsnr kommt, wie behauptet wird, von den Nazarenernher, die sich zuni Zeichen eifervoller Frömmigkeit ritten Theil der Kopf-