Band 
Fünfter Band.
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während auf dem Land der Chorbischof die Aufsicht führte; dajedoch Conflikte zwischen beiden kaum zu vermeiden waren, wur-den die LandbiSthümer allmälig aufgehoben und statt deren meh-rere Pfarreien je unter der Verwaltung eines Priesters eingerich.tet, der unter dem nächsten Bischof stand. Diese von Einem Bischofregierten Pfarreien bildeten eine Diözese. Behufs einer kräftigernVerwaltung vereinigten sodann die Bischöfe auS einer gewissenAnzahl von Pfarreien ein Landkapitel unter der Leitung einesErzpriesters, und mehrere Kapitel zu einem Bezirk unter einemArchidiacon *), welche Einrichtung gegen Ende des 8. Jahrh,ihre Ausbildung erlangt zu haben scheint **). Die Diözesen einerProvinz standen unter dem Bischof der Hauptstadt, der darumMetropolite hieß (Vergl. Bch. LV. Kap. 21. Bd. kV. S. 512).Er berief und leitete die Synoden, consecrirte die neugewähltenBischöfe, empfing die Klagen gegen sie oder die Berufung vonihren Urtheilen, um davon dem Provinzialconeil Anzeige zu ma-chen, welchem allein daö Recht zustand, die Bischöfe zu richten.Durch die Unruhen in Gallien und Spanien, so wie durch diegroße Ausdehnung der Diözesen in Britannien und Frankreich,befestigte sich die Gewalt der Bischöfe, die, so groß sie auch war,sich als nothwendig zur Erhaltung der Ordnung und Ruhe bewies.

Die Völkerwanderung und die neuen Reiche, welche sie in'SDasein' rief, warfen mit den frühern politischen Eintheilungenauch die Metropolitanverfassung über den Haufen. 'Theudemir,K. der Suevcn, theilte zwischen den Bischöfen von Braga undLugo die Metropolitangewalt in Lusitanien; ein abermaligerMachtspruch der weltlichen Regierung vereinigte dieselbe wiederm den Händen des Bischofs v. Merida. Die Metropoliten vonMainz — der erste unter den Franken eingesetzte —, Köln undSalzburg konnten niemals zu der Macht ihrer Vorgänger gelan-

Archidiakon war, namentlich in den orientalischen Diözesen, der wichtigsteKirchenbeamte nächst dem Bischof, gewissermaßen das, was jetzt der Ge-neralvikar in den abendländischen Bisthümern ist; er war nur Diakon,ja oft Laie, und die ganze Einrichtung erregte hänfig Widerspruch undMißhelligkeiten. D. B.

") Die erste gewisse Kunde über die Einrichtung der Archidiakonare, Archi-presbyteriate oder Decanate ist a. d. A. 774, wo Bischof Heddo vonStraßburg für die Gintheilung seiner Diözese in 7 Archidiakonatc dieBestätigung bei Papst Hadrian I nachsuchte.