Band 
Fünfter Band.
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die Henotikon genannte Vereinigungsformel auf, die als allge-meine Norm dienen und alle Parteien versöhnen sollte; dasselbeenthielt zwar wesentlich nichts gegen den katholischen Glauben,aber eS that des chalkedonischen Concils nur nebenbei und inzweideutiger Weise Erwähnung und überhaupt legte sich der Kai-scr durch dieses Edikt die unbefugte Rolle eines Gesetzgebers inGlaubenssachen bei. Was daher zur Vereinigung führen sollte,trug nur dazu bei, den Streit noch lebhafter zu machen, dennder Papst verwarf diese sogenannte Vereinigungsformel, währendder Kaiser (seit 491 AnastasiuS Diokoro6) hartnäckig daraufbestand. Von Seiten des Papstes sollten zwei italienische Bischöfe,von Seiten K. Theodorich'S der römische Senator Festus denKaiser zur offenen Anerkennung des Concils bewegen, inzwischenstarb jedoch der Papst und dessen Abgesandter übernahm sonder-barerweise die Verpflichtung, den neu zu wählenden Oberhirtenzur Annahme deS Henotikon zu bewegen. AlS er jedoch bet feinerRückkunft den Sardinier Cardinaldiacon SymmachuS bereitsgewählt findet, gelingt eS ihm, diesem den Erzpriester Lauren-riuS entgegenzusetzen; es drohte ein gefährlicher Zwiespalt, demjedoch dadurch vorgebeugt wurde, daß der zur Entscheidung her-beigerufene arianische K. Theodorich für SymmachuSentschied, der fünfzehn Jahre lang den heiligen Stuhl einnahm.Seine Gegner gaben sich jedoch keineswegs zufrieden, schwärztenrhn bei Theodorich an und riefen Laurentius, der Bischofzu Nocera geworden, nach Rom zurück; die Senatoren Feftuound Probtnus und einige geistliche Eiferer drangen in denKönig, daß er, gemäß dem Gebrauche bei Erledigung des heil.Stuhles, einen Visitator nach Rom senden möge. Es geschah,während die Anhänger des SymmachuS, die er zu einem Concilversammelte, gegen den Visitator sich erklärten, da ein rechtmäßiggewählter Papst vorhanden sei. Die persönliche Gegenwart desKönigs in Rom (500) trug nichts dazu bei, die aufgeregten Lei-denschaften zu beruhigen; und alS die Bischöfe Italiens (Ostern50l) sich um den mit der Visitation beauftragten Bischof vor-sammeln und Symmachus nach langer Weigerung sich endlichdoch, um einem Schisma vorzubeugen, entschließt, vor ihnen zuerscheinen, wird er auf dem Wege thätlich beleidigt und ein Pöbcl-baufen, glaublich von den genannten Senatoren aufgestiftet, wüthetaufs Scheußlichste gegen Senatoren, Geistlichkeit und Klöster.Wiederholt erscheint der König und bemüht sich, dem Unfug ein