Band 
Fünfter Band.
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in den Provinzen in Besatzung oder in Winterquartier gewesen/sowie diejenigen / welche unter den Barbaren rekrutiri wurdenund in Italien stationirt waren / mußten dahin eine Menge denguten Schriftstellern unbekannte Worte und Redeweisen verpflan-zen. Sodann wurde dem Griechischen sehr viel entnommen/ nichtblos für die Wissenschaften/ sondern auch für daS bürgerlicheLeben und den alltäglichen Verkehr/ namentlich nach der Ver-legung deS Regierungssitzes. Selbst solche Schriftsteller/ welchegerne an der alten Sprache festgehalten hätten/ wußten sich derUebcrstuthung neuer Ausdrücke/ Zusammensetzungen/ Endungen/Bedeutungen nicht zu erwehre«/ um so weniger/ da sie gegensolche Neuerungen und SolöciSmen in der Reinheit der gewöhn«liehen Sprache keinen Schutz mehr besaßen.

Vvlksspracht.

Alles Bemerkte bezicht sich natürlich auf die gcschkicbeneSprache/ welche von der in der gebildeten Gesellschaft gebräuch-lichen zum Theil/ und von der Volkssprache gänzlich abwich. Ab-gesehen davon/ daß das Vorhandensein einer solchen etwas ganznatürliches ist/ so haben wir dafür auch daS ausdrückliche Zeug-niß deS Plaurus/ welcher die iwlckü« und die j>Io!,olrr unter-scheidet. Man unterschied ferner zwischen der in der Stadt/ d. h.unter den ersten Ständen gebräuchlichen/ 'u-ll-ui-«, «Indien, undder auf dem Lande geredeten Sprache/ die vulKmis oder rn^tien,bei Quintilian «zuoUllimm, bei Vegetius pellest^, beiSidon. Apollinar. usunli« heißt. Sodann klagt Quinri-lian / man vernehme häufig im öffentlichen Theater und bei ge-fülltem Circus Worte / die eher barbarisch als römisch seien *).Daher daS Bedürfniß/ den Kindern Lehrer im Lateinischen zugeben. Zuweilen findet die Volkssprache sogar in den SchriftenEingangs); Cicero will/ daß der Redner lateinisch spreche/und eS durch die Literatur und iu der Jugend durch Unterrichtlerne***); Virgil ward vorgeworfen/ zu ländliche Redeweisenzn gebrauchen; AuluS GclliuS bemerkt/ was man Barbarisnie» nenne/ rühre nicht von den Barbarett/ sondern von der Sprach-

Inst. I, 5.

sto 0,'»t. lll, 10.