Band 
Fünfter Band.
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wisscnloser Mensch zeigt, der im Geheimen wieder zurücknimmt,was er öffentlich behauptet, ein Verfahren, das jedoch in jenerZeit nicht selten war. Die natürliche Neigung des Menschen,lieber das Böse alö das Gute zu glauben, hat der GcheimgeschichtedeS Prokop selbst bei einsichtsvollen und gewissenhaften Schrift-stellern mehr Vertrauen als seiner offiziellen Geschichte verschafft;da er jedoch in einer derselben die Unwahrheit gesagt haben muß,hat er beiden Werken allen Anspruch auf Glaubwürdigkeit ent-zogen. — Agathias v. Myrine, der Sammler einer Anthologievon Epigrammen, erzählt die KriegSunternchmungen J ustinian'svon 553 bis 559 in geschwätziger, blumiger und bombastischerWeise, hat unS jedoch über die Franken, Gothen und PerserNachrichten gegeben, die wir sonst nicht finden. — Sein Fort-setzer bis z. I. 582, Menander von Constantinopel, gewährtschätzenSwcrthe Aufschlüsse über Hunnen, Avaren und andereVölker des Nordens wie deS Ostens, und allein der von ihm mit-getheilte Vertrag zwischen Justinian und KoSroe wiegt dieUngcbundenheit des klebrigen auf. — Theophvlaktos rührteeine zahlreiche Zuhörerschaft zu Thränen, welcher er aus seinemWerke die Episode von dem Tode deS Kaisers Mauritius vor-las, und in der That müßte er für sehr beredt gelten, wenn erder Sucht zu philosophiren zu widerstehen verstanden hätte. —Von dem als gelehrter und in Prosa wie Poesie gleich gewandterSchriftsteller geltenden Jo anneS Laurentiuö, genannt Lydoö,einem Zeitgenossen Justinian's, besitzen wir zwei Abhandlungenüber die Magistraturen — eine römische Statistik aus kaiser-licher und früherer Zeit — und „Ueber die Vorzeichen", eineZusammenstellung alles dessen, was Römer und andere Völkerüber Augurien wußten und glaubten. — Die folgenden Schrift-steller gehören zum Theil den folgenden Zeiten an; wir stellen siejedoch hier zusammen, weil sie die „Sammlung der byzantinischenHistoriker" bilden, die Hauptquellen für die Geschichte desgriechischen Reiches und der mit ihm in Berührung stehendenLänder in den mittlern Zeiten. Diese unkritische — denn dasAlte und Neue, Profane und Kirchliche rst plan- und formlos,wie es der Autor gelesen oder gehört, zusammengehäuft — undauch häufig sprachlich und stnlistisch vernachläßigte Compilation *),

Oorpus b^nantinum oder övnknlinae Iiistur. «vriptores, hgg. v. Labbe,Fabrotti, Dnrresne u. A. Paris 1648—1702, 23 Bde. Venedig