Constaminopel gesandt, geboten, sie in der St. Sophienkircheniederzulegen und nur des Sonntags sich ihrer zu bedienen, undgedroht, sobald ein Kaiser sie nach seiner Willkür gebrauche oderdavon das Geringste hinweggehe, ihn als Feind zu betrachtenund aus der Gemeinschaft der Gläubigen zu entlassen." Solltensie von dem im Wasser brennenden Feuer verlangen, so räth er,die nämliche Antwort zu geben. Constantin VII wird eineAbhandlung über das Ceremoniell des HofeS - der Kirche, derHeere und der öffentlichen Spiele zugeschrieben; in dem Maßewissenschaftlich thätig, als er unfähiger Regem war, schrieb erauch über die Kriegskunst und ließ die Schriften über die Thier-heilkunde und den Ackerbau, sowie die Heiligenlegcnden sammeln.Um bei den hohen Preisen der Bücher auch den UnbemittelterenGelegenheit zu verschaffen, sich zu belehren, ließ er durch Theo-dosiuS d. Kleinen aus den Schätzen der kaiserlichen Bibliothekeine Art von Encyclopädie zusammenstellen, welche mit Ausnahmedes Schöngeistigen und rein Technischen Alles zu einer allgemeinenBildung Nothwendige und Nützliche enthielt und nach Ordnungder Materien in 53 Bücher je mit besondern! Titel — wie „Vonden Kaisern und Fürsten, welche abdankten", „Von den geistlichenDingen" rc. — zerfiel. Nur die zwei Abtheilungen, „Von denGesandtschaften" und „Von den Tugenden und Lastern" sind er-halten *).
Dichtkunst.
Wir können über die gesunkene Poesie der Griechen und By-zantiner, welche mehr auf den Wohllaut als auf den Inhalt, mehrauf die Bilder als auf den Gedanken, mehr auf die Sinne alsdie Seele bedacht war und zumeist in elenden Lobhudeleien oderdidaktischen Reimereien bestand, kurz hinweggehen. An denastrologischen Dichtungen aus der letzten Periode des Alterthumswerden kaum noch einige Liebhaber von Seltsamkeiten Interessenehmen. DeS NonnoS v. PanopoliS in Egyptcn „Dionysiaken",welches Gedicht in 48 Büchern der erste Herausgeber (Falcken-
*) Ein sehr wichtiges Sammelwerk find die Uiaxmcntn bmtvi-iooi-iim K-i-ac-ovrum, vollcxit, äispasuit, natis et xi'uIe-Aomenis INustravit OaralusMnllerus. Nur. 1851. 4 Bde. Der letzte Band, 1851 erschienen, ent-hält die Geschichtschreiber, von der Zeit Constantin d. Gr. bis aufConstantin Porvhyrogen. Dann in alphabetischer Ordnung diejeni-gen, deren Zeit unsicher ist, nebst den Resten der Chronik des JohannesAntiochuS, vermehrt aus einer Pariser Handschr. D. B.