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affektirten Style, ohne Kraft und Farbe, ja sogar ohne chrono-logische Ordnung, als wenn er ohne Wahl erzählt hätte, wieund was er eben vernommen; und doch klagt er über den Versallder Wissenschaften und Kultur. UebrigenS beschränkt er sich nicht,wie der Titel vermuthen lassen sollte, auf die kirchlichen Ange-legenheiten, sondern greift auch gelegentlich in daS Gebiet derallgemeinen Geschichte über. Der Aberglaube wird bei ihm nichtdurch naive Frömmigkeit, die Leichtgläubigkeit durch Phantasieaufgehoben; er hat weder die Treuherzigkeit der Alten, noch dieKritik der Neueren, vernachlässigt die wichtigen Thatsachen, umfalsche oder zweideutige zu berichten. Da er jedoch Zeitgenosse,häufig auch Augenzeuge und Mitwirkender ist, hat sein Werk trotzaller dieser Mängel einen großen Werth; er zeichnet zuweilen mitcharakteristischen Zügen, welche die Kunst nicht erreichen könnte,und schildert seine Zeit gewissermaßen unbewußt mit Treue, weiler selbst zu ihr gehört; insbesondere veranschaulicht er jene Un-terschiede des Volksftamms, der Stände und Klaffen, welche dieEroberung auf dem nämlichen Boden einander gegenübergestellthatte *). Gregor schrieb ferner über den Ruhm der Märtyrerin 107, über den der Bekenner in 112, über das Leben der Vaterin 20, über die Wunder des h. Julian, Bischof v. Briou, in50 Kapiteln; ähnliche Monographien verfaßte er über den heil.Andreas und namentlich über den h. MartinuS, die zu seinerZeit wohl höher geschätzt wurden alS die kirchliche Geschichte derFranken. — FredegariuS, ein Burgunder und wahrscheinlichMönch aus dem 7. Jahrh., verfaßte eine allgemeine Chronik,deren 3 Bücher einen Auszug aus Julius AfricanuS, Jda-ciuS und auS den 6 ersten Büchern des Gregor v. Tourö ent-halten, zu dem das 4. Buch einige Vervollständigungen darbietetund welchen das 5. bis z. I. 641 fortsetzt. Parteiisch für dieKönige von Burgund, vernachläßigc er Austrasien und die übrigenfränkischen Staaten. — Wenn auch geschwätzig und unpolitisch,ist ihm Aimon, ein Benediktiner von Fleury, überlegen als Ver-fasser einer Geschichte von Franken in 5 Büchern (llo rvKuwproeeiumguo k'rnuevrum oriAine, biö etwa 660, und biS 1165von Andern fortgesetzt).
*) Man wolle hiemit das schon früher (Kap. VIl) über Gregor v. TonrSGesagte vergleichen. D, B.