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Wir konnten nur eine Skizze von den hauptsächlichsten Hä-resten deS MuhammedaniSmuS entwerfen *), ohne uns auf dieebenso schwierige als eigentlich überflüssige Aufgabe einzulassen/auch die jüngeren Ketzereien bis auf die der Wahabiten aufzu-zählen. Wir werden / bei der Geschichte unsers Jahrhundertsangelangt, sehen, wie diese Ströme von Blut vergießen, um denverderbten MuhammedaniSmuS auf seine ursprüngliche Reinheitzurückzuführen, wie sie mit einer Unaufhaltsamkeit, welche an dieersten Siege der Moölemen erinnert, auö dem Nedjed hervor-stürmen, die Nomadenstämme unterwerfen und bis nach Damaskund Bagdad Schrecken verbreiten, wie sie endlich (1818) vonIbrahim Pascha besiegt werden und nach dem Verluste ihresOberhauptes Abdallah eine kurze Zeit lang unterworfen blei-ben, um sodann mit neuer Furchtbarkeit sich wieder zu erheben.
Eine wichtige Frage, welche sich uns aufdrängt, ist die: biszu welchem Grade hat sich Muhammed alS Religionsstifter umdie Menschheit verdient gemacht ?
Betrachten wir seine Handlungen, so können wir ihn nichtanders als einen Betrüger nennen, da er sich nicht scheut, dieAutorität GotteS zu mißbrauchen, um für sich selbst Gesetze zubrechen, die er Andern auferlegt. So heißt eS im Koran, S. 25,um vieler anderen Stellen zu geschweige»: Wir kennen die Ehe-geseye, welche wir für die Gläubigen aufgestellt haben; fürchteübrigens nicht, eine Schuld auf dich zu laden, indem du deineRechte gebrauchst. Gott ist mächtig und barmherzig u. s. w.Man muß ferner sagen: der Koran ist das Werk eines anmaßli-chen und dünkelvollen Menschen, der die höchsten Fragen zu lösenwähnte, indem er kurz darüber absprach, und über alle Schwie-rigkeiten hinwegsah und in solcher Weise einen schaalen und ober-flächlichen Theismus, eine rein negative Lehre von der Gottheitausstellte. Die Doctrin dieses Buches ist unfruchtbar und unvoll-ständig, in äußerlicher Beziehung betrachtet eine auö den mindestreinen Quellen geschöpfte Compilation, aus den apokryphen Evan-gelien eher als auS den ächten, aus der Kabbala eher als aus
') In diesem Streite der Sekten liegt fast allein die muhammedanische Phi-losophie. Zn seinem hohen Alter (1837) ließ Sylvestre de Sacy einWerk erscheinen über die Religion der Drusen, welches ein lebendigesGemälde der verschiedenen Sekten des Zslam aufrollt.