Band 
Fünfter Band.
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Arabern der glückliche Umstand zu Statten/ daß die Hauptfitzeder noch vorhandenen Ucbcrrefte antiker Weisheit in ihre Gewaltgefallen waren: Alexandria, Chaldäa, Indien. Mah adi schenktedem Meruan 70/000 Drachmen für 70 Distichen/ die dieser ihmzu Ehren gedichtet hatte. Al-Mansur beschäftigte sich mit demStudium der Astronomie und beneidete die Ommajaden/ weil siein drei Dingen reicher gewesen als die Abassiden: in großenSchreibern/ großen Feldherren und großen Muezzin/ denn es

Korans gelten noch immer als vollendetsten Schöpfungen der Rhetorik.Man las. uni den Koran zu verstehen, die ältern Dichter, und um diesezu fassen, mußte man sich die Geschichte und Genealogie der arabischenStämme in das Gedächtniß Prägen, sowie man auch die Thaten undWorte Mnhammed's und seiner Gefährten stndiren mußte, theils umdie darauf bezüglichen Koransstellen richtig zu deuten, theils um die imKoran nicht erörterten Fragen zu lösen. Dieser ganze Wissensvorrathwurde von Mund zu Mund, ohne System und Ordnung, überliefert.Erst unter den Abassiden nahmen, mit Hülfe der griechischen und persi-schen Gelehrsamkeit, auch die Studien der Araber einen wissenschaftlichenCharakter an und erzeugten eine Literatur, die sich über alle Zweige desmenschlichen Wissens verbreitete. Die politischen Umtriebe der Abassiden,noch ehe sie znr Regierung gelangten, ihre Kriege gegen die meisten Auf-rührer, ihre Parteistellung, ihre Polemik gegen die Fatimiden, alle diesepolitisch so eingreifenden Momente stehen in genauer Verbindung mit dentheologischen und philosophischen Richtungen jener Zeit, auf welche beson-ders die Khalifen Mansur, Harun Arraschid, Mamun, Mu-laßim Mutawakkils den größten Einfluß ausübten. Neueste For-schungen haben herausgestellt, daß namentlich in der Mathematik dieAraber die von den Griechen erhaltenen Kenntnisse bedeutend förderten;insbesondere that dies die mathematische Schule von Bagdad hinsichtlichder Algebra. Ueber diesen ebenso schwierigen als noch wenig aufgehelltenTheil der Geschichte der Wissenschaft haben jüngst die Arbeiten einespreußischen Gelehrten in Paris, Dr. M oepke, ein großes Licht verbrei-tet. Sein Buch „I'^I^ebre ck'Omar --llüliavvamp' enthält die werthvoll-sten Beiträge znr Gesch. d. Mathematik bei den Arabern, und aus andernMittheilungen, die er der sranzös. Akademie der Wissenschaften gemacht,geht hervor, daß er eine arabische Uebersetzung einer bisher gänzlich un-bekannten Schrift des Euclid über den Hebel entdeckt hat. — Warenja überhaupt im Mittelalter, zwischen dem 1t. und 13. Jahrhundert, dieSchulen der Muslim in Spanien die Haupchflegstätten der Wissenschaft!.Kultur, und flüchteten sich humane Bildung und Wissenschaft in dieseSchulen des Islam, während über der abendländischen Christenheit nochtheilweise die Nacht der Rohheit und Barbarei lag! D. B.