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Drachme»/ sie wieder freizugeben. Da fand der kluge Ulcma denfolgenden Ausweg. Er ließ den Khalifen der Schönen ihren Mannzum Geschenk machen, und da der Koran der Frau verbietet, ihrenSklaven zum Manne zu haben, mußte ihre Verbindung aufgelöstwerden, der Khalif aber konnte endlich, Dank dem Richter, andas Ziel seiner Wünsche gelangen.
Abu-Hassan erlangte als Grammatiker einen Namen. EinesTageS fragte ihn der Khalif nach feinen Umständen, und er ant-wortete: Wenn mir meine Studien keine andern Früchte getra-gen hätten als die Gnade, deren mich heute der Beherrscher derGläubigen würdigt, so hätte ich doch schon alle Ursache, michglücklich zu schätzen. Diese Antwort gefiel Harun dermaßen, daßer ihn zum Lehrer seines Sohnes Al-Mamun ernannte; als ernun einst zum Unterrichte beim Prinzen erschien, schrieb dieser,welcher mit seinen Gefährten beim Mahle saß, zwei Verse aufein Myrthenblatt, deren Sinn war: ES ist eine Zeit zum Stu-diren und eine Zeit zur Unterhaltung *), jetzt ist die Stunde derFreunde, der Rosen, der Myrrhen, mit denen ich bekränzt bin.Hassan aber antwortete auf der andern Blattseite in Versen,die besagten: Hättest Du eine Ahnung von der Erhabenheit desWissens, dann würdest Du den Genuß, den es gewährt, deinemgegenwärtigen vorziehen. Kenntest Du den, der jetzt vor DeinerThüre steht, so würdest Du Dich niederwerfen, um Gott zu dan-ken für die Gunst, die er Dir bewilligt. Demuth war also ebensowenig eine Tugend der damaligen Gelehrten, als Freimuth eineder damaligen Rathgeber der Fürsten.
Bereits im ersten Jahrhundert der Hegirah ward ein arabischesWörterbuch begonnen, um dessen allmählige Vervollkommnung na-mentlich Firuzubad sich sehr verdient machte; in demselben sinddie Wörter von ihren Wurzeln abgeleitet und neben den Wort-auch ausführliche Sacherklärungen gegeben, so daß daS Werk zu-gleich eine Encyclopädie darstellt.
Im Ganzen zeigt die geistige Kultur der Araber viel Phan-tasie und wenig Geschmack, Beobachtung, aber ohne Kritik undUrtheil. An ihre Poesie voll Kühnheit gewohnt, sagte ihnen dieewig jungfräuliche Frische der Griechen nicht zu und sie über-
*) Zierlich drückt den nämlichen Gedanken ein von Athen ävs (B. VH)aufbewahrtes Bruchstück aus : ör