Band 
Fünfter Band.
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Muza siegestrunken, ungeheure Schätze und 30,000 Gefangenemit sich schleppend, im Orient anlangte, lag Walid in den letz-ten Zügen. Dessen Bruder Soliman ließ ihm bedeuten, dieHauptstadt nicht zu betreten, biS er das Khalifat angetreten habe,wohl in der Absicht, die große spanische Beute für sich zurückzu-behalten. Muza aber ließ sich nicht zurückhalten, vor dem ster-benden Khalifen zu erscheinen und machte sich dadurch den neuenHerrn zum Todfeind, der ihn nach dem Tode Walidö in's Ge-fängniß werfen ließ und deS größten Theils seiner Schätze be-raubte, während sein Sohn Abd-el-Aziz Lusitanien bis zumOcean eroberte, Pampeluna und die wichtigsten Orte in den Py-renäen einnahm und dem Khalifen eine ungeheure Beute schickte.Da dieser jedoch fürchtete, Abd-el-Aziz und die drei andernSöhne Muza'S möchten ihren Vater rächen, beschloß er, sie ausdem Wege zu räumen. Der tapfere Abd-el-Aziz wurde erdolcht,während er dem Gebete oblag, und sein Kopf dem unglücklichenVater gebracht, welcher auörief: Verflucht sei vor Gott der Wü-therich, der einen Bessern, als er ist, ermordete. Der bald ganzkinderlose Greis wird nach Arabien verbannt, wo erstarb. AyubW ali ersetzte den Abd-el-Aziz im Oberbefehl in Spanien durchWahl deS Heeres, aber der neue Khalise, Omar II, schickte alsEmir den Sohn von Abd-er-rhaman el-Kaisi, den strengenund habsüchtigen Alhaur, welcher über die Seinen wie überdas unglückliche Land eine harte Ruthe schwang.

DaS arabische Heer in Spanien bestand, ähnlich wie die indas römische Reich einbrechenden Germanen, auö vielerlei Kricgs-gesellschaften aus verschiedenen Theilen deS Orients, deren jedeunter ihrem Schcik eine besondere Gegend deS eroberten Landesbesetzte. So ließen sich die Krieger von DamaSk zu Cordova nie-der, welches nachmals die Hauptstadt des muhammedanischen Spa-niens wurde, die von HiemS zu Sevilla und Niebla, die aus Ber-sten zu Leres de la Fronticra, die auö dem syrischen KolchiS(KinneSoin) zu Jacn, die aus Palästina zu Medina Sidoniaund AlgesiraS an der Meerenge, die von Mmen zu Toledo undHuerta, die von Irak zu Granada, die auö Egypten zu Murciaund Lissabon. Die 10,000 Reiter aus Hedjaz theilten sich in dieBinnengegenden. In solcher Weise waren die unglücklichen Chri-sten, von denen übrigens der bessere und größere Theil theils indie Sklaverei nach Asien und Afrika geschleppt, theils geflohenwar, einem unmittelbarem und gesicherten Druck unterworfen.