Band 
Fünfter Band.
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tcis unterwarf die Einen und brachte die Andern zum Weichen.Ludwig, der König von Aquitanien, welchen Karl dem Königvon Asturien zu Hülfe gesandt, nahm Barcelona nach hartnäcki-gem Widerstände; aber Al-Hak ein siel bald darauf in Navarraein, zog nach den Ebrogegenden, wo der Aufstand seiner OheimeAbdullah und Su leim an große Fortschritte gemacht, undnahm HueSca ein. Amru, sein Statthalter zu Toledo, vergoßStröme von Blut, Al-Hakem selbst verließ sein Harem nichtund ließ seine Macht nur durch Blutvergießen und ungeheureAuflagen fühlen. Vom unerträglichen Joch zur Verzweiflung ge-trieben , empörte sich Cordova, ward aber vom Khalifen nieder-geworfen und der Plünderung und Mordlust seiner Soldaten hin-gegeben. 300 geköpfte Körper längs des Flusses boten ein schreck-liches Schauspiel dar; erst nach drei Tagen ließ der Wütherichdem Schlachten Einhalt thun und gestattete den Ueberlebendendas Land zu verlassen; 8000 gingen nach Afrika und ließen sichin der aufblühenden Stadt Fez nieder, 15,000 wandten sich nachAlexandria und terrorisieren diese Stadt, und es kostete großeGeldopfer, sie zu bewegen, sich nach. Krcca einzuschiffen. Hier ge-sellten sich ihnen Egyptcr und Syrer aus Irak zu; sie erbautenCandia und machten sich als Seeräuber gefürchtet. In späternJahren umdüsterte sich der Geist dieses Khalifen,' den die Ge-schichte „den Grausamen" nennt, und sein Trübsinn bekundete sichnicht nur in sonderbaren Launen, sondern sogar in Poesien, vondenen noch ein Schlachtgcsang erhalten. Zuweilen versammelteer die Scheikö und das Heer, als gelte es einen großen Kriegs-zug, und entließ sie sodann wieder; oder ließ mitten in der Nachtdie Cadis, Vizire und den ganzen Hof zusammenberufen, um —seine Tänzerinnen und Musiker zu bewundern! Seine Bibliothek,von welcher er selbst einen ausführlichen Katalog angefertigt,zählte 400,000'Bände. DaS Khalifat von Cordova verdankte ihmübrigens zwei wichtige Einrichtungen: ein regelmäßiges und be-soldetes Heer mit eigenen Magazinen für Lebensmittel und KriegS-vorrärhe, und eine starke Marine.

Während in den andern Ländern die Gothen den Ruf vonBarbaren und Unwissenden zurückließen, wird ihre Herrschaft inSpanien als ein goldenes Zeitalter , eine Zeit der Tugend, desHeldenthumS, der Poesie betrachtet. Der Grund hievon liegt we-niger in den guten Eigenschaften dieses Volkes, welches übrigensauch das mindest rode unter den Barbaren war, sondern in dem