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Wenn auch die arabischen und maurischen Quellen darüberschweigen / und viele unserer neuern Geschichtschreiber die Duld-samkeit der Khalifen rühme«/ können wir doch als gewiß annch-men/ daß die Spaltung zwischen Siegern und Besiegten/ welchean und für sich den andern Völkern so viele Leiden bereitere/ hierdurch den Religionshaß noch gesteigert wurde. Es wird berichtet/die Christen hatten den Mauren jährlich 100 Jungfrauen stellenmüssen/ biS/ um diesem Schicksal zu entgehen/ 7 Mädchen vonSimancaf sich die Hände verstümmelten und durch diese That denMuth der Spanier neu belebtem so daß sie in einer Schlacht sichdes schmachvollen Tributs entledigten"). Da Abd-el-Rha-man mehrere Christen wegen des Glaubens verfolgte und todtere/kamen Mönche aus ihren Einsiedeleien hervor, und predigten gegenden falschen Jman, so daß die Moslim einen Aufstand der Chri-sten fürchteten. „Die Kerkerräume, schrieb EulogiuS v. Cordova,einer der Märtyrer jener Zeit, sind angefüllt mit Geistlichen,welche daselbst das Lob deS Herrn singen, während die Kirchenverstummen, und mit Spinngeweben umzogen sind: aber das Gorrwohlgefälligste Opfer ist das reuige Herz." Häufig lästerten dieMozarabcr den Propheten und erwiderten auf den Gcbctsruf desMuezzin mit Aeußerungen und Geberdcn des Abscheus; vielewurden deshalb unter Abd-el-Rhaman gelobtet, und da ihre Re-liquien für heilig galten, ließ dieser Emir sie verbrennen und voneiner Synode erklären, daß die Kirchenvater es mißbilligten, indieser Weise das Martyrium hervorzurufen. EulogiuS theiltdie Leidensgeschichte mancher der um den Glauben Gelobterenmit, um zu zeigen, daß sie nicht minder verehrungswürdig seienals die ersten Märtyrer, und schildert folgendermaßen die Nothder Geistlichen: „Keiner von uns, der genöthigt ist, auszugehen,ist des Lebens sicher; kaum wagen wir, durch ein äußeres Zeiche»zu verrathen, Laß wir Geistliche sind, und die geringste Be-schimpfung ist, daß uuS die Knaben mit Steinen bcwerfen. Vieledulden nicht, baß wir ihnen nahe kommen und halten sich verun-reinigt, wenn wir sie berühren; kaum dulden sie das Anschlagenunserer Glocken, und eS ist kein Fluch, den sie nicht auf unsereReligion häufen."
Die Moslim, wie die andern Unterdrücker, waren daher mildgegen diejenigen, welche sich in Allem , auch im Glauben, nach
>') DicftS, übrigens nicht historisch feststehende Ereignis hat Vopcz de Veg.rden Stoff zu einer seiner historischen Tragödien gegeben.