Band 
Fünfter Band.
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Der Regierung des Heraclius verliehen die Siege diesesKaisers über die Perser einen Glanz/ der aber noch vor seinemLebensende wieder erlosch. Anfangs dem unthätigen Prunk sei-ner Vorgänger stöhnend/ war er plötzlich/ ohne daß uns die Ge-schichte diese Veränderung hinreichend erklärte/ an die Spitze desHecreS geeilt/ mit welchem er als Held kämpfte/ aber ebenso raschund plötzlich / alS wenn er unter dem Einfluß eines galvanischenStoßes gehandelt hätte, sank er in die alte Passivität zurück.Mit kindischem Hochmuth die erfochtenen Siege feiernd/ vergaßer'der Niederlage»/ welche seine Heere durch die MoSlim erlitten,und in unerschütterlicher Gcmüthsruhe ließ er diese ErobererPhönizien/ Damast/ Egypten/ Syrien/ sogar das heilige Jerusa-lem von seinem Reiche losreißen. Durch seine Gegenwart denMuth der bedrohten Völker zu heben/ welchen es au dem Willen/ sichkräftig zu vertheidigen/ nicht fehlte'/ lag ihm ferne/ denn seineGedanken waren nach einer ganz andern Seite hin in Anspruchgenommen; es lag ihm nämlich am Herzen / eine Ketzerei vonseiner Erfindung der allgemeinen Kirche aufzunöthigen (629).Seinen Hoftheologen stellte er die Frage/ ob Christus, gleich zweiNaturen/ auch zwei Willen gehabt habe. Einen einzige»/ ant-worteten sie gefügig/ denn da er von der Erbsünde rein war/konnte er nur das Gute wollen. Die Katholiken dagegen bchaup-teten mit der Kirche/ Christus habe zwei Wille«/ gleich wie zweiNaturen / obgleich diese beiden Willen,, der göttliche und dermenschliche/ stets übereinstimmten/ da die Sünde keinen Zwiespaltzwischen ihnen hervorrufe. Diesen von ihm hervorgerufenenStreit wollte nun der kaiserliche Laie aus eigener Machtvollkom-

tüo extinetion «0 Nie roman emgire in Nie Len«t. Lilinli. 1811) schil-dert den Kampf zwischen dem griechischen und dem römischen Geiste undihren wechselseitigen Einfluß. Von der Eroberung bis aus Constantinherrschte Rom vor und verleibte sich Griechenland allmälig dem Reicheein. Von da bis auf Zustinian erlangte das christlich gewordene Grie-chenland individuelle Freiheit nnd drängte das Westreich in den Hinter-grund. Das Zeitalter Justinians ist das des legalen Despotismusund der griechische Geist blieb dem rom. Gesetze nnterthänig. Die Fol-gen dieses Verhältnisses erstreckten sich bis auf Heraclius. Als nundie Einfälle der Araber begannen, waren die Kaiser genöthigt, sich amdas Volk zu stützen, daher das griechische Element sich 'wieder erhob, undzur Zeit Leo des Jsauriers die römische Kultur gänzlich in den Schattenstellte.